Antenne Bayern holt Superstar ans Ortenburg-Gymnasium in Oberviechtach
Mark Forster rockt den Pausenhof

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Oberviechtach
23.09.2016
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Ekstase um halb 10 Uhr morgens: So schnell waren rund 1000 Kinder noch nie auf dem Pausenhof des Ortenburg-Gymnasiums. Das Tempo lag an dem Sänger und Songwriter, der dort auf die Schüler wartete: Mark Forster.

(bl) Erst am Freitagmorgen, also fast in letzter Minute, wird das Geheimnis von "Antenne Bayern" gelüftet, wer denn nun als Star nach Oberviechtach kommen soll und das Pausenhof-Konzert bestreitet. Wenig später steht Mark Forster schon auf der Bühne und bringt Schüler wie Lehrer zum Jubeln. Zusammen mit einer dreiköpfigen Band sorgt der Sänger im Nu für Stimmung auf dem Gelände des Ortenburg-Gymnasiums, als er den ersten Song anstimmt: "Flash mich". Den kennt auch schon mancher Knirps in der ersten Reihe und hat keine Probleme beim Wiederholen dieses "Lernstoffs" im Chor.

Voll konzentriert lauscht das Publikum dem Überraschungsgast auch beim nächsten Song "Chöre". Einige Pädagogen genießen das Konzert vom Logenplatz aus: Das Lehrerzimmer liegt günstig - im ersten Stock mit Blick auf die Bühne. Begeisterung flammt aber vor allem direkt vor der Bühne auf, bei "Au revoir" und "Wir sind groß", dem ZDF-Titel für die EM.

Die Schüler hatten sich diesen Star durch die Teilnahme an einem Voting des Senders "Antenne Bayern" auf den Pausenhof geholt. Am Mittwoch war Deadline, am Donnerstagmorgen wurde der Auftritt bekannt gegeben, aber noch nicht der Name des Stars. Der steht nun in blauen Turnschuhen, Jeans und schwarzem Shirt trotz der frühen Morgenstunde ganz locker vor den Gymnasiasten.

Wie beim Festival


Auch ein paar Grundschüler und Kindergartenkinder lassen sich das Gratis-Konzert nicht entgehen. "Das ist ein bisschen wie bei einem Festival, da geht es auch schon morgens los", meint eine Zuhörerin. Und wie bei einem Festival gibt es auch einige Zaungäste, die sich für den besseren Überblick sogar eine Trittleiter mitgebracht haben.

Den Pausenhof dominiert eine riesige Bühne, an den Zugängen patroullieren Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, und bei strahlendem Sonnenschein sind die Scheinwerfer fast überflüssig. Das Areal ganz vorne an der Bühne ist für die kleineren Schüler reserviert, gleich hinter den ersten "Wellenbrechern", wie die Absperrgitter im Fachjargon genannt werden. Wie die Profis unter den Fans zücken die Kleinen ganz schnell das Handy, um den Auftritt für Eltern und Freunde festzuhalten.

Ein Mädchen hat noch schnell mit Filzstift ein rotes Herz auf den karierten Schulblock gemalt, und ein paar ganz vorwitzige Fans halten ein Pappschild in die Höhe mit der Forderung "Ich will dein Capy". Sein schwarzes Käppi behält Mark Forster zwar auf, dafür gibt es kostenlosen Unterricht über die Gepflogenheiten bei Konzerten: jubeln, Refrain mitsingen und Zugabe einfordern. Auch den Lehrern entlockt er so ein "Lalala" für den Background. "Super, gigantisch würde ich sagen", lautet nach insgesamt fünf Songs der Kommentar von Schulleiter Ludwig Pfeiffer zu der ungewöhnlichen Pause. Und auch die Schüler wollen an diesem Tag nur gute Noten vergeben. "Voll cool" findet die 11-jährige Michelle den Auftritt ihres Lieblingssängers. Etwas abgeklärter sind da schon die künftigen Abiturienten. "Super Musik, schönes Wetter", schwelgt der 17-jährige Jonas noch in der willkommenen Abwechslung und fügt scherzhaft hinzu: "Nur der Bierstand hat gefehlt."

Tricks und Tipps


Den Pausengong hat Mark Forster auf jeden Fall übertönt. "Der Trick bei solchen Pausenhof-Konzerten ist: ultra lange klatschen. Dann dauert auch die Pause länger", hatte der Sänger dem Publikum gleich zu Beginn empfohlen. Ein Rat, den sich auch Lehrer zu Herzen nehmen. Tatsächlich dauert die Pause am Oberviechtacher Gymnasium dann doch ein wenig länger als die üblichen 20 Minuten. Die Zugabe allerdings können die Schüler auch als Tipp für den Unterricht verstehen: "Hör auf die Stimme." (Seiten 7 und 33)
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