„Arbeitsgemeinschaft Lehrersport“ findet neue Mitspieler unter Asylbewerbern
Verstärkung plus Integration

Viele der Asylbewerber sind ganz heiß auf Sport. Die Lehrer nutzten das, um die Lücken in ihren Teams zu füllen. Bild: mxm
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Oberviechtach
07.07.2016
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Sport ist ein ideales Mittel zur Integration - und das funktioniert auch in der Schule. Jetzt hat sogar eine Lehrer-Sportgruppe Verstärkung aus dem Ausland bekommen.

Gerade jetzt, bei der Fußball-Europameisterschaft wird deutlich, wie talentierte Spieler ausländischer Herkunft sogar zu international gefeierten Stars in den Nationalteams aufsteigen können. Viele ausländische Mitbürger schlossen sich in den vergangenen Jahren den einheimischen Sportvereinen an, um sich besser im Gastland zu integrieren.

Diesen Umstand nutzte in den vergangenen Wochen auch Max Mathes, der die "Arbeitsgemeinschaft Lehrersport" leitet. Diese Gruppe gibt es seit vielen Jahren an der Doktor-Eisenbarth-Schule. Doch die Spielerdecke bei den Fußballern wurde in letzter Zeit etwas dünn, weil viele Lehrkräfte aus dem Dienst ausschieden oder aus Gesundheits- und Altersgründen diesen Sport aufgeben mussten.

So lag es nahe, bei den männlichen Asylbewerbern in Oberviechtach auf Spielersuche zu gehen. Hilfreiche Unterstützung fand man dabei bei Angelika Vogl, die als Vorsitzende des katholischen Frauenbundes und als Ausländerbeauftragte der Pfarrei St. Johannes bereits über sehr gute Kontakte zu den ausländischen Mitbürgern verfügt. Begeistert nahmen die Flüchtlinge das Angebot an, sich einmal in der Woche in der Mehrzweckhalle mit dem Fußballspiel sportlich fit zu halten. Außerdem bringt der Sport eine willkommene Abwechslung in ihren oft etwas eintönigen Alltag. Da viele bereits in ihren Heimatländern im Verein oder nur in der Freizeit Fußball spielten, war die Nachfrage entsprechend groß. So kamen bei der ersten Vorstellung etwa 15 junge Männer in die Mehrzweckhalle und zeigten sich begeistert von der neuen Möglichkeit, weiterhin ihren Lieblingssport auszuüben. Wegen der großen Nachfrage mussten sogar mehrere Gruppen gebildet werden, weil nur eine begrenzte Anzahl gleichzeitig spielen kann.

Jedenfalls gab es kaum Probleme bei der Verständigung mit den einheimischen Sportlern, als man die besonderen Regeln beim Hallenfußball erklären musste. Auch die englische Sprache half in fast allen Fällen, Unstimmigkeiten zu beseitigen und organisatorische Fragen zu klären.

Viele talentierte Spieler wären auch nicht abgeneigt, sich den örtlichen Fußballvereinen anzuschließen und dort den Spielbetrieb zu unterstützen. "Rein sportlich gesehen wäre das eine echte Win-win-Situation, weil viele Vereine ebenfalls mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben und es hier viele Mitbürger gibt, die begeistert Sport treiben möchten", so der Tenor bei der Lehrer-Sportgruppe. Viele der Flüchtlinge würden nur darauf warten, dass die Verantwortlichen der Sportvereine auf sie zugehen und sie zu einem Kennenlernen beim Training einladen.
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