Auf die Knie fürs Jubiläum

Als die Ehrenpatenschaft geklärt war, durften die Bittsteller mit den willigen Paten und Bürgermeister Heinz Weigl auf ein gutes Gelingen des Feuerwehr-Festes anstoßen. Bilder: frd (3)
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Oberviechtach
28.08.2016
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Die Pullenrieder Feuerwehrleute sägten so schnell, dass aus dem Baum das Wasser heraussprudelte und die alte Säge sichtlich zu rosten begann.

Eine schleimige Suppe hatte sich die Pullenrieder Feuerwehr da eingebrockt, und auf die Knie musste sie auch. Die Kameraden aus Wildeppenried ließen sich schon etwas bitten, als es um die Übernahme einer Ehrenpatenschaft ging.

-Wildeppenried. Mit Bürgermeister Heinz Weigl und Rudi Fuchs hat die Feuerwehr Pullenried für die Feier ihres 140-jährigen Bestehens im nächsten Jahr schon einen Schirmherrn und einen Ehrenschirmherrn (wir berichteten). Doch bis Samstag fehlte ihr noch ein Ehrenpatenverein für das Jubiläum. Einen Patenverein haben die Feuerwehrmitglieder auch schon im Visier.

Fast alle Wildeppenrieder waren am frühen Samstagabend auf den Beinen, denn sie erwarteten die Bittsteller von der Feuerwehr Pullenried. Die wollten den Kollegen nämlich die Ehrenpatenschaft für das große Fest vom 9. bis 11. Juni antragen. Doch ganz so leicht, wie sich die Pullenrieder das vorgestellt hatten, machte es ihnen die Nachbarwehr nicht. Daran änderte auch die langjährige Freundschaft nichts, die beide Vereine verbindet.

Schmucke Barriere


Als die Antragsteller von der hinteren Dorfstraße her in die Hauptstraße einbiegen wollten, war da eine festlich geschmückte Barriere in Form eines quer liegenden Baumes aufgebaut, die es zunächst zu überwinden galt.

Da konnte der Pullenrieder Vorstand noch so treuherzig an die bestehende Freundschaft zwischen den beiden Wehren erinnern, zunächst, so kam es in Versform von der Wildeppenrieder Wehr zurück, müsse Demut gezeigt werden. So knieten sich also Vorsitzende und Kommandanten der Bittsteller tapfer auf die Holzscheiteln und hörten sich die Bedingungen für die Übernahme der Ehrenpatenschaft an. Das erinnerte manchen ein wenig an die Bandagen, mit denen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Verhandlungen mit Amtskollegen im Ausland zu kämpfen hat.

Obwohl die Pullenrieder auch "etwas für die Gurgl" mitgbebracht hatten, mussten die Vorsitzenden und die Kommandanten mit einer langen und zuletzt vor 20 Jahren benutzten Handsäge einen mächtigen Baumstamm halbieren, aus dem jede Menge Wasser quoll - deutlich mehr als die Schweißtropfen, die den Bittstellern auf der Stirn standen.

Doch diese mit Bravour gemeisterte Aufgabe reichte den Wildeppenriedern nicht. Sie waren der Ansicht, dass die Pullenrieder Wehrleute die Suppe, die sie sich mit ihrer Bitte um Übernahme der Ehrenpatenschaft eingebrockt hatten, auch auslöffeln sollten. Doch da es sich bei dieser Suppe um eine "Original Wildeppenrieder Rohei-Suppe" handelte, würgten die Pullenrieder schon ein bisschen länger daran und verzichteten gerne auf einen Nachschlag.

Nachdem alle Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit der Wildeppenrieder gelöst waren, kam von deren Seite ein freudiges Ja zur Übernahme der Ehrenpatenschaft. Verbunden war die Zusage mit dem Wunsch, gemeinsam bei schönem Wetter ein tolles Fest zu feiern.

Fass angezapft


Um dieses gemeinsame Fest begießen zu können, musste Schirmherr Heinz Weigl zunächst ein Fass anzapfen. Dann konnte auf das Gelingen des 140-Jährigen der Pullenrieder Wehr mit Segnung des neuen Feuerwehrfahrzeuges angestoßen werden.

Mit Musik ging es schließlich zum Festzelt vor dem Wildeppenrieder Gemeinschaftshaus, wo die Ehrenpatenschafts-Übernahme bis in die späte Nacht hinein gefeiert wurde. Nun brauchen die Pullenrieder noch einen Patenverein, doch auch den haben sie schon im Auge: Dem Vernehmen nach soll er ebenfalls mit einem P wie Pullenried beginnen.
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