Bei diesen Warnungen können Senioren auch lachen
Puppenbühne entlarvt den Enkeltrick

Passend zur Zielgruppe hatten auch die Puppen graue oder gar keine Haare.
Vermischtes
Oberviechtach
29.02.2016
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Ganz schön anstrengend: Um Senioren Sicherheitsthemen näher zu bringen, schlüpfen die Polizisten Thomas Nörl (links) und Georg Hüttner in die Rollen von älteren Damen. Bilder: Hartl (3)

Senioren in den Klauen der Betrüger: Solche Geschichten aus dem Polizeifundus machen Angst. Wenn allerdings nur Puppen auf die üblen Tricks hereinfallen, können alle lachen - und sind gewarnt.

Im Puppenstück "Erna" präsentierte die Polizei Weiden humorvoll "Sicherheit - nicht nur - für Senioren" im Pfarrheim. Ferner zeigte sie die Vorgehensweise von Betrügern an der Haustür, bei Kaffeefahrten, Telefonaten und in vielen anderen Lebenslagen auf. Viele wertvolle Tipps gab sie den rund 60 Interessierten damit auf den Weg.

Die Leiterin des Seniorentreffs, Erna Niederalt, begrüßte dazu die Polizeibeamten Georg Hüttner, Helmut Fritsch und Thomas Nörl im Pfarrheim und zeigte sich erfreut, dass das von ihnen im Jahr 2005 geschriebene Puppenstück ihren Vornamen erhalten hatte.

"Mit 66 Jahren..."


Georg Hüttner klärte mit dem textlich abgewandelten Udo-Jürgens-Hit "Mit 66 Jahren..." die mitklatschenden Zuhörer musikalisch auf, was man in diesem Alter machen oder auch nicht machen sollte. Anschließend ging der Vorhang der aufwendig aufgebauten und farbenprächtig präsentierten Puppenbühne auf, um einen Einblick in das Leben von "Erna" und "Mare" zu erhalten. Die große Freude von Erna über den gewonnen Besteckkasten im Wert von 1000 Euro kehrte sich später ins Gegenteil um, da sie nicht nur um 50 Euro für die Gewinnzentrale sondern auch um ihre, in der Wohnung aufbewahrte, ganze Rente erleichtert wurde. Die Liste der Ratschläge seitens der Polizei zu diesem Thema ist lang: Nie Fremde ins Haus lassen, lieber anderswo treffen, eine zweite Person einbeziehen, vorsorglich einen Anruf bei Kindern, Nachbarn oder bei der Polizei tätigen, nicht viel Geld zu Hause aufbewahren, niemandem sein Geldversteck sagen, ein wirklich gutes Versteck wählen, bei Haustürgeschäften stets eine Durchschrift für einen späteren Widerruf verlangen. Aufschlussreich waren auch die Erlebnisse der beiden Damen bei einer Kaffeefahrt. Helmut Frisch demonstrierte, trotz ernster Thematik, die mit viel Witz gespickte Strategie bei einer dubiosen Verkaufsveranstaltung.

Ganz enorme Wirkung würden die angebotenen Gesundheitspillen versprechen, für die mit Hinweisen geworben wird wie: "Bist du nervlich angespannt - es gibt ,Schussli', Gott sei Dank" oder "Nimm ne Blasi und im Nu - hast du viele Stunden Ruh".

Zweifelhafte Geschenke


Neben dem Verkauf von derart unnützen Dingen locke oft zusätzlich ein ebenso zweifelhaftes Geschenk. Daher raten die Beamten: Lieber im Fachhandel kaufen. Und wenn es schon eine Kaffeefahrt sein soll, dann mit Bekannten fahren und nicht in einen separaten Raum gehen.

Augen offen halten


Bevor sich die Polizeibeamten den Fragen der Anwesenden stellten, berichteten sie von verschiedenen Begebenheiten und erteilten dazu entsprechende Ratschläge. Sie warnten vor dem sogenannten Enkeltrick, bei dem Notlagen von Verwandten vorgegaukelt werden. Außerdem hatten sie Tipps parat zu unerwünschten Anrufen und wussten, was bei Bettlern zu beachten ist. Was die technischen Sicherheit im Haus betraf, verwiesen sie auf die Polizei Amberg: Dort gibt es eine kostenlose Beratung gibt. Und noch einen Rat hatten die Polizisten im Gepäck: Generell die Augen offen halten, beispielsweise bei einem auffälligen Auto. "Ein Anruf bei der Polizei ist stets ratsam", so der Tenor.
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