Beim Dorfwettbewerb ist bürgerschaftliches Engagement stark gefragt
Anpacken nicht nur beim Grün

"Wir kämpfen seit vielen Jahren darum, dass dieser Wettbewerb das Image einer reinen Schönheitskonkurrenz verliert, in der es nur um Blumenschmuck und Grün geht." Zitat: Kommissionsleiter Wolfgang Grosser
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Oberviechtach
11.07.2016
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Netzwerke sind wichtiger als Blumenkästen, gemeinsames Anpacken zählt mehr als teures Grün. In diese Richtung bewegt sich schon seit vielen Jahren der Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Längst sind die neuen Kriterien auch in dem erst später angefügten Zusatz "Unser Dorf hat Zukunft" reflektiert.

So hat auch Obermurach seine Goldmedaille beim Dorfwettbewerb (wir berichteten) keineswegs nur mit der idyllischen Lage erzielt. Ganz knapp war laut Kreisgartenfachberaterin Heidi Schmid auch die Abwägung zwischen Obermurach, Penting und Steinberg am See, als es um die Weitermeldung zum Bezirksentscheid ging , denn nur zwei Kandidaten durften laut Regelwerk dafür ausgewählt werden. Obermurach war nicht dabei. Dafür hat der Ort nun zusätzlich zu Gold den Sonderpreis für "Außerordentliches bürgerschaftliches Engagement zur Gestaltung des Lebensumfeldes" bekommen".

"Wir kämpfen seit vielen Jahren darum, dass dieser Wettbewerb das Image einer reinen Schönheitskonkurrenz verliert, in der es nur um Blumenschmuck und Grün geht", erläuterte am Freitag bei der Verkündung der Sieger Kommissionsleiter Wolfgang Grosser die umfassenderen Kriterien. Auch sei man inzwischen bei der Vergabe von Punkten offener geworden. "Wie soll man sonst ein kleines Dorf mit einem Ort vergleichen, der immerhin 600 Einwohner hat", gibt Grosser zu bedenken.

Und wichtiger als Gestaltungselemente sei generell die Infrastruktur. Wie sind alte Leute integriert, und haben Kinder hier eine Zukunft? Solche Fragen gelte es künftig im Miteinander zu beantworten, meint Grosser. Vor zehn Jahren habe es noch geheißen: "Die Dörfer sterben aus." "Mittlerweile sieht man, dass viele Leute dableiben", hat er festgestellt. Und auch in den Neubaugebieten gebe es positive Anzeichen: kleinere Häuser mit weniger Dachvorsprung, aufgelockerten Nebengebäuden und in Oberpfälzer Bauweise. "Die Pentinger haben's kapiert", so der Kommentar eines Mitglieds in der Bewertungskommission, die im Neubaugebiet unterwegs war.

Grosser wagte auch einen Ausblick auf Faktoren, die künftig für das überleben der Dörfer entscheidend sein werden: Kindergarten, Schule und ärztliche Versorgung.

Wir kämpfen seit vielen Jahren darum, dass dieser Wettbewerb das Image einer reinen Schönheitskonkurrenz verliert, in der es nur um Blumenschmuck und Grün geht.Kommissionsleiter Wolfgang Grosser
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