Bilanz bei der Tafel
Spenden statt wegwerfen

45 aktive und ehrenamtliche Mitarbeiter der Tafel in Oberviechtach und Neunburg vorm Wald versorgen jede Woche bedürftige Bürger mit Lebensmitteln. Bild: weu
Vermischtes
Oberviechtach
29.11.2016
70
0

157 Mitglieder, 45 aktive Helfer und 165 Bedarfsgemeinschaften. Die Oberviechtacher Tafel hat sich in fünf Jahren gut entwickelt. Die Einnahmen decken allerdings die laufenden Ausgaben bei weitem nicht ab und so sind Spenden und Aktionen immer willkommen.

/Neunburg. Die Gründung der Oberviechtacher Tafel jährt sich zum fünften Mal. Der Verein, der am 23. September 2011 unter der Regie des Rotary Clubs Oberpfälzer Wald/Oberviechtach gegründet wurde, ist eine Erfolgsgeschichte. Diese ist auf den unermüdlichen Einsatz der Vorstandschaft, insbesondere des Vorsitzenden Dr. Friedrich Keller, sowie der 45 ehrenamtlichen Helfer zurückzuführen.

3000 Euro zu wenig


Zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Sporrer in Neunburg begrüßte Dr. Keller neben Bürgermeister Martin Birner auch die zweite Vorsitzende Marga Wagner sowie den amtierenden Präsidenten Hans Bauer und den Schatzmeister des rotarischen Hilfswerkes, Walter von Wenz. "Der Rotary-Club hat uns auch heuer wieder mit einer großzügigen Spende laufend Lebensmittel zukommen lassen", betonte der Vorsitzende. Obwohl der Verein sich gut entwickelt hat und mit derzeit 157 zahlenden Mitgliedern gut dasteht, decken die eingehenden Beiträge und die wöchentlichen Erlöse bei der Lebensmittelausgabe nicht die laufenden Ausgaben. Es besteht eine Unterdeckung von rund 3000 Euro im Jahr. So ist die Tafel weiter dringend auf Spenden angewiesen, führte Dr. Keller aus und betonte die Wichtigkeit einer stetigen Mitgliederwerbung. 45 aktive Helfer sind ehrenamtlich tätig und holen die Lebensmittel von den Supermärkten ab, sortieren die Waren, lagern sie ein und verteilen sie Woche für Woche an die Bedürftigen. Derzeit sind 165 Bedarfsgemeinschaften bei der Tafel gemeldet, von denen sich 80 in Neunburg und Oberviechtach regelmäßig Lebensmittel abholen.

Die Lebensmittelspenden sind aufgrund härterer Kalkulationen allerdings zurückgegangen, aber noch ausreichend. Sämtliche Supermärkte im Bereich Oberviechtach, Neunburg, Eslarn, Schönsee und Waidhaus beteiligen sich daran, ebenso Bäckereien, landwirtschaftliche Betriebe und kleinere Lebensmittelgeschäfte. 2015 wurden an 2342 Bedarfsgemeinschaften Waren ausgegeben, 2016 waren es bis dato 1951. Um die Waren einzuholen, wurden bisher über 41 000 Kilometer mit dem Kühlwagen zurückgelegt, der vom Rotary-Club und von den Lionsclubs gesponsert wurde.

Wieder Christbäume


Dr. Keller konstatierte eine positive Entwicklung, so können auch wieder gespendete Christbäume verteilt werden. Die Hauswirtschaftsschule plane eine Weihnachtsaktion mit Päckchen. Eine schöne Sache sei auch die Rewe-Aktion "Tüten für die Tafel", bei der allein die Bodenwöhrer Firma Tremco-Illbruck 100 Tüten gespendet hat. Die finanzielle Seite des Vereins legte Ulrike Schneider detailliert dar. Präsident Hans Bauer bedankte sich für das überaus gute Funktionieren des "Systems Tafel" in Neunburg und Oberviechtach und zollte seine Anerkennung.

Kein Zukauf möglichDas Grundprinzip der Tafel besteht im Vermeiden der Vernichtung von Lebensmitteln. Es bedeutet nicht in erster Linie die Versorgung für alle Menschen. Ein eigener Zukauf von Lebensmitteln durch die Tafel ist nicht erlaubt, dagegen darf gespendete Ware angenommen werden. Wenn sich nicht an das Grundprinzip gehalten wird, wird die Tafel vom Zentralverband ausgeschlossen, mit allen Konsequenzen. (weu)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.