Bürgermeister arbeitet in Naab-Werkstätten mit
Einblicke beim Rollentausch

Bürgermeister Heinz Weigl (Mitte) arbeitete bei der Montage der Feuerlöscher mit. Die "Kollegen" von den Naab-Werkstätten freuten sich über den Gast und erzählten von ihrem Arbeitsalltag. Bild: frd
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Oberviechtach
19.11.2016
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Statt am Schreibtisch im Rathaus arbeitete Bürgermeister Heinz Weigl einige Stunden bei den Naab-Werkstätten mit. Er baute Feuerlöscher zusammen, hantierte mit der Bohrmaschine und unterhielt sich mit seinen "Arbeitskollegen auf Zeit".

Bei der Aktion "Rollentausch" der Freien Wohlfahrtspflege Bayern, können soziale Einrichtungen Politiker oder Mitarbeiter von Ämtern und Behörden einladen, um für einen Tag "mitzuarbeiten". Die Oberviechtacher Naab-Werkstätten baten Bürgermeister Heinz Weigl, sich ein paar Stunden an den Arbeiten zu versuchen, welche die behinderten Mitbürger hier Tag für Tag leisten.

Zunächst Montage


Der Bürgermeister war gerne dazu bereit und so hieß es für ihn am frühen Mittwochmorgen im Industriegebiet West "Dienstantritt in Arbeitskleidung". Die "neuen Kollegen" begrüßten ihn freundschaftlich mit Handschlag und Heinz Weigl wurde zunächst in der Montageabteilung in den Zusammenbau von Feuerlöschern einwiesen. Das Stadtoberhaupt erfuhr, dass sorgsame und gewissenhaft Arbeit verlangt wird, denn nicht zuletzt deshalb würden viele Firmen gerne mit den Naab-Werkstätten zusammenarbeiten.

Nach einigen "Anfangsschwierigkeiten" hatte der Bürgermeister schnell den Dreh raus und bestand die "Anfängerprüfung". Dann ging es weiter in die Schreinerei-Abteilung, wo Weigl an der Fertigung eines "Schüttelsiebes" im wahrsten Sinne des Wortes eine "Nagelprobe" zu bestehen hatte und sich auch bei dieser Arbeit nicht ungeschickt anstellte.

Auch in der Metallabteilung, ob an der Drehbank oder der Bohrmaschine stand er seinen Mann. Er musste aber auch erkennen, dass an die Beschäftigten zum Teil sehr hohe Anforderungen gestellt werden, denen sie, je nach Behinderungsgrad, auch gerecht werden. Ein Lob von den Meistern und Betreuern dient gerade bei ihnen als "Motivationsschub".

Erfülltes Leben


"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag. Das könnte ich doch auch einmal probieren, schließlich heißt die Aktion ja Rollentausch", sagte Josef Stadlbauer, der in der Werkstatt nicht von der Seite des "neuen Kollegen" wich. Bürgermeister Weigl hat dieser "einmal etwas andere Arbeitstag" viel Freude bereitet. Er habe dabei die Erkenntnis gewonnen, dass von den behinderten Mitbürgern - unter der Anleitung der Fachkräfte und Betreuer - sehr gute Arbeit geleistet wird. Diese erfahren dadurch ein erfülltes Leben und erarbeiten sich damit auch einen Rentenanspruch.
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