„Christliche Urzelle“ im Blick

Zur "Geschichtsstunde" hatten sich viele Interessierte in der Ägidius-Kirche in Hof eingefunden. Bilder: bgl (2)
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Oberviechtach
09.09.2016
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Die Geschichte der Ägidiuskirche in Hof reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Nach einer Andacht zum Patrozinium wurden Details des Kirchleins angesprochen, dessen merkwürdige Bauweise viele Rätsel aufgibt.

-Hof. Studiendirektor i.R. Lothar Kittelberger feierte in Vertretung von Johannes Kiefmann eine kurze Andacht zu Ehren des Kirchenpatrons. Anschließend wurde das Leben des Einsiedlers näher betrachtet.

Kreisheimatpfleger Ludwig Berger nutzte den Abend, um auf den "Tag des offenen Denkmals" hinzuweisen und stellte dabei das Motto "Gemeinsam Denkmale erhalten" in den Vordergrund: "Eines unserer ganz besonderen Denkmäler in der Region, das die vollste Aufmerksamkeit verdient, ist die Ägidiuskirche im Ortsteil Hof." Berger bedankte sich für das Interesse zahlreicher Bürger, die der Einladung zu einem Infotreffen im altehrwürdigen Gotteshaus gefolgt waren. Angesichts der Rätsel, die der merkwürdige Bau der Kirche aufgibt und jeder Unkenntnis über Stifter und Erbauungszeit, bediente sich der Kreisheimatpfleger den Recherchen des im Jahr 2007 verstorbenen Pfarrers Konrad Schießl. Vor seiner Weihe zum Priester im Jahre 1980 war der gebürtige Oberviechtacher als wissenschaftlicher Assistent beim Bischöflichen Zentralarchiv in Regensburg tätig. In dieser Zeit schrieb er das Buch "Pfarrei Oberviechtach - Geschichte und Gegenwart".

Die Recherchen ergaben unter anderem, dass der Ort Hof im 12. Jahrhundert ein Besitz der Herrschaft von Haus Murach gewesen ist. Der Holzaltar zeigt den Kirchenpatron St. Ägidius als Benediktinerabt mit Stab und Brustkreuz, während ihm ein heranschwebendes Engelchen die Mitra reicht. Das einzige romanische Rundbogenfensterchen befindet sich hinter dem Altaraufbau, die anderen hat man erst später, wahrscheinlich bei der Restaurierung um das Jahr 1659 eingebaut. Bei weiteren Recherchen konnte man auch feststellen, dass die ursprüngliche Höhe der Bodenplatte um etwa zwei Meter tiefer lag. Der massive Bau der Hofer Kirche, mit dem südländisch anmutenden Glockentürmchen am Frontgiebel, gilt als "christliche Urzelle" des Oberviechtacher Raums. "Kunst- und kulturgeschichtlich zählt es zu den interessantesten und wertvollsten Gebäuden der Oberviechtacher Region", schreibt Konrad Schießl. Viele Indizien wiesen zudem darauf hin, dass es einmal die Pfarrkirche war. In den Jahren um 1658 und 1838 erfolgten große Baumaßnahmen; renoviert wurde die Kirche wieder im Jahr 1911 sowie ab 1973.

In einem Grußwort bedankte sich die Zweite Bürgermeisterin Christa Zapf bei den Hofer Bürgern und ganz besonders bei der Familie Meier, für die Pflege und die Sauberhaltung der Kirche. Dass eine baldige Renovierung notwendig ist, dessen sei sich die Stadt als Besitzerin bewusst. "Und dazu wird sie auch stehen", versprach Zapf.
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