fachleute schwören auf Vorteile des Zwischenfrucht-Anbaus
Mehr als „lästiges Übel“

Bernhard Meier (rechts) brach zusammen mit weiteren Fachleuten eine Lanze für den Zwischenfrucht-Anbau. Von den Vorteilen konnten sich die Landwirte und Schüler auf einem Feld bei Pirk überzeugen. Bilder: frd (2)
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Oberviechtach
05.11.2016
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Wie viel besser ein guter Boden mit Zwischenfrucht-Anbau Wasser speichert, zeigte eine Versuchsanordnung mit Regen-Simulator.

Der Boden ist ein wichtiges Produktionsmittel im Pflanzenanbau. Deshalb sollte er grade "zwischen den Früchten" besonders pfleglich behandelt werden. Was für die Humusbildung Medizin ist, erfuhren nun Landwirte bei einem "Feld-Nachmittag".

-Pirk. "Eine Pflanze ist nur so gut wie der Boden, auf dem sie wächst", meint Bernhard Meier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Nabburg. "Der Boden hat jedoch nur einen begrenzten Nutzungsfaktor, der langfristig erhalten werden muss" mahnt er die Landwirte, die an diesem Tag auf einem Feld der Familie Zimmermann aus Langau am Ortsrand des Oberviechtacher Stadtteils Pirk etwas dazulernen wollen.

Neben den Landwirten haben sich auch über 20 Schüler der Landwirtschaftsschule in Nabburg eingefunden. Fachleute vom Verbundpartner Erzeugerring-Beratung Oberpfalz, Josef Rupprecht, Roland Schleicher und Josef Weiß vom Fachzentrum für Agrarökologie am AELF Amberg und von der Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Schwandorf sind dabei, um auszuloten, wie sich der Zwischenfrucht-Anbau praktisch auswirkt.

Wie Bernhard Meier vor allen Dingen den Schülern der Landwirtschaftsschule erläuterte, werden Zwischenfrüchte nach der Ernte der Hauptfrucht (beispielsweise Getreide) im Juli oder August ausgesät. Die Pflanzen können als Grundfutter für die Rinder verwendet werden oder über den Winter hinweg stehen bleiben.

Decke gegen Erosion


Sie dienen dann als Grundlage für die Mulchsaat, wozu abfrierende Zwischenfrüchte verwendet werden. Meist wird dann im sogenannten Mulchsaat-Verfahren Mais nachgebaut. Die Zwischenfrucht bleibt nach dem Frost als pflanzliches Material auf der Oberfläche liegen und schützt so vor Bodenerosion.

Der Zwischenfrucht-Anbau dient neben dem Erosionsschutz auch der Humusbildung und Bodenlockerung. Die Pflanzen sollen eine Nährstoffauswaschung verhindern und dafür sorgen, dass der Boden Wasser besser speichern kann. Außerdem soll diese Methode Unkraut unterdrücken und das Bodenleben fördern. Und es gibt noch einen positiven Nebeneffekt des Zwischenfrucht-Anbaus: Bienen finden so gute Nahrung im Herbst. Im Winter können die Pflanzen außerdem Wildtieren Sichtschutz und Äsung bieten.

An diesem Nachmittag wurde den Landwirten und den Schülern anschaulich der Stellenwert der richtigen Bodenbearbeitung demonstriert: Erst nach einigen trockenen Tagen und nicht auf nassem Boden sollen die Traktoren und Geräte anrücken, da die Bauern sonst eine Bodenverdichtung riskieren. Wie sich das auswirkt, zeigte Axel Lemmermann vom Erzeugerring anhand einer mit einem Spaten entnommenen Bodenprobe auf. Er analysierte die Zusammensetzung und riet den Landwirten, dies auch vor dem Aussäen der Zwischenfrucht zu tun.

Beweis mit Simulator


Beeindruckt waren die Teilnehmer auch von einer Demonstration mit einem Regen-Simulator: Mit seiner Hilfe konnte aufgezeigt werden, wie unterschiedliche Böden mit Starkregen fertig werden. Hat ein allzu feuchter Boden beim Bearbeiten verdichtete Fahrspuren davongetragen, fließt viel Wasser sofort wieder ab und nur wenig dringt in tiefere Schichten ein. Ist die Saat dagegen richtig ausgebracht worden, geht nur wenig Wasser in den Graben.

Aus all den an diesem Nachmittag genannten Gründen, so Bernhard Meier, sollte der Zwischenfrucht-Anbau für keinen Landwirt mehr ein "lästiges Übel" sein. Die Aktion sei vielmehr im eigenen Interesse und für den Erhalt der Fruchtbarkeit, letztlich auch für eine besseren Ernte im nachfolgenden Jahr eine Selbstverständlichkeit.
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