Fachmann Klaus Schmidt analysiert Mittel gegen des Artenschwund
Mehr Deckung, weniger Gift

Alexander Flierl dankte Klaus Schmidt für seine Ausführungen zum Lebensraum für die wildlebenden Tierarten. Bild: frd
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Oberviechtach
09.04.2016
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Oberviechtach/Weiding. Mit Erfahrungen aus seiner langjährigen Praxis als Jäger, Schwarzwildberater und Mitarbeiter der Naturschutzbehörde am Landratsamt Wunsiedel wartete Klaus Schmidt bei der Versammlung der Jäger-Kreisgruppe auf.

Schmidt betreut das Jagdrevier Schönbrunn-Breitenbrunn und Hildenbach-Gröningsreuth, bildet Waidmänner aus und ist Autor eines Handbuches für Jäger. Sein Thema war der Artenschwund. Eine intensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, die stete Veränderung der Feldfrüchte, der immer undurchsichtiger werdende Pestizid-Einsatz sowie eine immer schnellere Erntetechnik machte er als Ursachen aus für einen gravierenden Rückgang der Insekten auch in Naturschutzgebieten.

Der Rückgang des Niederwildes sei eine Folge der Landwirtschaft und nicht den Jägern anzulasten, stellte er klar. Dabei gelte aber auch der Grundsatz: Wer alles schützen möchte, schützt im Grunde gar nichts. Zwar sei die Verbesserung des Lebensraumes für das Wild nicht überall möglich, doch wo ein Wille sei, gebe es auch fast immer einen Weg.

Viele Angebote des "Kulturlandschaftsprogramms (KuLap) würden ins Leere greifen und von den Landwirten nicht genutzt, kritisierte Schmidt. Der Grund: Sie seien mit wenig finanziellen Anreizen, aber einer totalen Kontrolle verbunden.

Das Wild benötige vielmehr eine Winterdeckung über mehrere Monate hinweg, Ruhe auf der Fläche im Frühjahr, Flächen ohne Pestizide und Insekten als Nahrung. Gerade bei den Neuanlagen von Hecken werden oft zu viele Bäume mit angepflanzt, die dem Fuchs eine "Leitlinie" bei der Suche nach Wild bieten würden. Falsch sei es auch , die Büsche wie am Lineal gezogen" anzupflanzen.

Die Wiedereinbürgerung von Wild, das auszusterben droht, könne nur in Zusammenarbeit mit den Landwirten und Grundstücksbesitzern gelingen. Auf ihr Zusammenwirken setzt der Referent auch seine Hoffnungen für die Zukunft.
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