Fremde Kost im kalten Paraguay

In Asunción hat Teresa Mauerer (Zweite von rechts) erste Eindrücke von ihrem Gastland gesammelt. Bei einem Fest in der Stadt konnte sie mit Freunden erleben, wie in Paraguay gefeiert wird. Bild: pso
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Oberviechtach
13.10.2016
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Vor wenigen Monaten hat sie noch fürs Abitur viel Theorie gebüffelt. Jetzt zählt für Teresa Mauerer die Praxis: Bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Paraguay lernt sie eine Suppe kennen, die weder heiß noch flüssig ist. Ein Hobby bringt ihr dort besonders viele Pluspunkte ein.

Bis zum Abitur am Ortenburg-Gymnasium gehörte Teresa Mauerer aus Tiefenbach zum Projektseminar "Pressearbeit" das auch Beiträge für die Zeitung "Der neue Tag" lieferte. Seit über einem Monat ist die Abiturientin bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in Paraguay im Einsatz - und hat dort die Verbindung zu ihrem ehemaligen Seminarleiter Georg Lang nicht abreißen lassen. Er hat nun einen ersten Bericht aus dem südamerikanischen Land erhalten, in dem die frühere Schülerin als erstes von einer ungewöhnlichen Suppe berichtet.

"Paraguay ist das einzige Land in dem ,Sopa' fest und kalt ist", schreibt Teresa Mauerer. Geschmeckt hat ihr diese Suppe aber durchaus. Zusammen mit drei anderen Freiwilligen aus dem Passauer Umland verbringt die Tiefenbacherin ein ganzes Jahr in Paraguay. Ermöglicht wird der Aufenthalt von der Diözese Passau und der Organisation "Weltwärts". Los ging es im August. In Luque, einer Stadt nahe der Hauptstadt Asunción wurde die junge Frau von ihrer Gastfamilie "und einer schönen warmen Sonne" empfangen.

Gar nicht heiß


"Wir merkten aber schnell, dass das Wetter im winterlichen Paraguay nicht immer so freundlich ist wie unsere Gastfamilie", berichtet Mauerer und schildert den südlichen Winter mit zwölf Grad über Null, der gleichzeitig Hochsaison für Erdbeeren ist. Ein Sohn der Familie, Diego Baez, entpuppte sich als guter Spanischlehrer für den Start in die fremde Sprache. "Außerdem werden wir auch mit der regionalen Sprache Guaraní in Berührung kommen, die auf dem Land noch mehr gesprochen wird als Spanisch", begriff der Gast aus Deutschland.

Bald lernte Teresa Mauerer auch ihre Einsatzstelle kennen: Campo Nueve, eine kleinere Stadt im Departamento Caaguazu, wo Pfarrer Padre Ignacio als Ansprechpartner wartete. Zusammen mit einer Freundin sollte Teresa in einer Schule tätig sein. "Der dortige Direktor empfing uns mit offenen Armen, führte uns durch fast jede Klasse und stellte uns ,alemanas' vor", schildert die Freiwillige.

"Vor allem die Tatsache, dass ich ein Schiedsrichter im Fußball bin, schien zu gefallen und wurde bei jeder sich bietenden Gelegenheit erwähnt", erzählt die junge Frau. Im fußballbegeisterten Paraguay sollte der Gast aus Deutschland auch gleich Partei ergreifen für einen der zwei wichtigsten Fußballclubs des Gastlandes.

Freunde durch Fußball


"Dass Fußball außerdem eine Möglichkeit ist, Kontakte zu knüpfen, stellten wir bei unserer Gastfamilie fest. Auf dem Bolzplatz nahe dem Haus spielten wir ein paar Mal mit den Kindern der Nachbarschaft und wir haben uns ohne große Fremdsprachenkenntnisse mit ihnen angefreundet", erklärt Teresa gemeinsame Erfahrungen mit Freundin Laura in den ersten Wochen. Inzwischen muss die Tiefenbacherin aber ohne die Gastfamilie auskommen und auch ein paar ernst gemeinte Warnungen beherzigen: Sie wurde davor gewarnt, gewisse Orte zu betreten und ermahnt, ein mobiles Telefon mitzunehmen. "Alles in allem sind wir hier aber sehr zufrieden, und ich freue mich auf meine weiteren elf Monate hier", so ihre erste Bilanz.

Erdbeertorte und Mate-TeeBesonders beeindruckt haben Teresa Mauerer während der ersten Wochen in Paraguay die Feste und das kulinarische Angebot. Bei der "Frutilla-Fiesta" (Erdbeerfest) reihten sich Erdbeer-Stände aneinander und es gab viele neuartige Erdbeer-Zubereitungen zu kosten: " So entdeckten wir eine Art Eis, das sich "chupa chu" nennt, Erdbeersaft und bestaunten tausende Erdbeertorten." Beim Gründungsfest von Asunción gab es dann Cocktails "und fast jeder trug ein Tereré-Gefäß mit sich herum". Bei Tereré handle es sich um Mate-Tee, der eiskalt getrunken wird. Dabei gebe es gewisse Regeln. So sei es Aufgabe des Jüngsten in der Runde, immer wieder Wasser aufzufüllen. (pso)
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