Friedhof ohne Stolperstellen

Der 88 Meter lange Hauptweg vom Eingang an der Martin-Luther-Straße bis zum Leichenhaus ist fertig. Das neue Tor ist gesetzt und bis Mitte November sollen auch Beleuchtung und Wasserstellen fertig sein. Bilder: Portner (3)
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Oberviechtach
28.10.2016
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Allerheiligen steht vor der Tür. Am Oberviechtacher Friedhof interessieren am Dienstag nicht nur die Gräber, sondern auch der Stand der Sanierung. Während die Wege fertig sind, dauert es beim Leichenhaus noch etwas. Auch heute steht ein Einbau an.

Eigentlich wollte die Stadt die Sanierung des Friedhofes bis Ende Oktober abgeschlossen haben. Doch wie Architekt Andreas Thammer im Gespräch mit der Lokalredaktion betont, habe sich herausgestellt, dass der Zustand des Leichenhauses nicht so gut ist, wie angenommen. Derzeit finden die Aussegnungen im Altenheim statt, die Aufbahrung erfolgt im Krankenhaus. "Das wird noch etwa drei Wochen so bleiben", informiert Bürgermeister Heinz Weigl, der sich über die Unterstützung der beiden Häuser sehr freut. "Wir konnten alle Stolperstellen im alten Friedhof beheben. Dieser ist nun rollstuhlgerecht", erklärt Weigl.

Für die drei Wege (200 Meter lang) wurden rund 520 Quadratmeter sandfarbene Betonpflastersteine verbaut. Diese sind etwa um die Hälfte billiger als gesägte Granitsteine. Mitte Juni rückte die Baufirma Josef Bauer aus Niedermurach an und baggerte zunächst den 88 Meter langen Hauptweg zwischen dem Leichenhaus und dem Eingangstor an der Martin-Luther-Straße aus. Der Weg wurde durch ein von Statiker Franz Lintl entwickeltes Konzept abschnittsweise in "schwimmenden Betonschalen" befestigt. Die Hanglage und Nähe zu den Gräbern stellte eine besondere Herausforderung dar, betont Andreas Thammer, der darauf verweist, dass der untere Weg nicht höhengleich angeschlossen werden konnte. Für mehr Sicherheit sorgen Steighilfen zu den Trittstufen, die zu den unterhalb des Weges liegenden Gräbern führen. Das Granitkleinsteinpflaster vorm Leichenhaus (100 Quadratmeter) wurde ausgebaut und nach Höhenangleichung wieder im Segmentbogen verlegt.

Der Sanierungsbedarf am Gebäude ist groß. Dies gilt vor allem für das Dach (Maßnahme zurückgestellt) und den Fußboden. Die Fenster wurden erneuert und in der Aufbahrungshalle neue Solnhofer Platten verlegt. Das renovierungsbedürftige Eingangselement aus Holz wurde entfernt. Die neue Türe ist gesetzt, während die Seitenteile heute eingebaut werden. Die Wirkung des bunt bedruckten Glases - Vorhänge gibt es nicht mehr - wird mit Spannung erwartet. Nachdem der Sockel erst austrocknen muss, verschiebt sich der Fassadenanstrich aufs nächste Jahr.

Licht und Ton


Wie Hans Löschner vom technischen Bauamt der Stadt betont, gehen die Arbeiten nächste Woche weiter. So werden Halterungen für die Gießkannen bei den neuen Granit-Zapfsäulen angebracht und das Haupteingangstor gestrichen. Fünf Mast-Laternen entlang des Hauptweges leuchten künftig den Friedhof bei den Aussegnungen im Winterhalbjahr aus. Für eine mögliche Beschallung sind Leerrohre verlegt. Im Haushalt 2016 sind für die Friedhofssanierung 473 000 Euro eingeplant; etwa 480 000 Euro werden es werden.
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