Für die Ärmsten der Armen

Diese Frauen freuen sich über das Brennholz, welches ihnen der Krankenhaus-Seelsorger schenkte. Damit können sie für die Kranken auf der Station das Essen zubereiten. Bilder: nid (1), hfz (2)
Vermischtes
Oberviechtach
05.10.2016
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Im Jahr 2007 hat Pfarrer André (links) von der Seelsorgeeinheit einen Toyota-Geländewagen bekommen. Er nutzt diesen auch zum Einkauf von Reis.

Wenn ein Krankenhauspfarrer den Frauen Brennholz schenkt, damit diese für stationäre Patienten das Essen kochen können, dann liegt das außerhalb unserer Vorstellungskraft. Doch Pfarrer André kann noch mehr erzählen.

Pfarrer André Jacques Kionga Phanzu wirkt im kongolesischen Hospital Kangu als Krankenhaus-Seelsorger. Pfarrer André, wie er nur kurz genannt wird, ist auch dieses Jahr aus der Demokratischen Republik Kongo zur Aushilfe in die Seelsorgeeinheit Oberviechtach gekommen. Das war übrigens inzwischen das 13. Mal. Erstmals weilte der Geistliche, der heute wieder in seine Heimat aufbricht, im Jahr 2002 in der Eisenbarth-Stadt.

Aufschluss über Wirken


Der stets freundliche Pfarrer besuchte bei seinem Aufenthalt auch den Seniorentreff St. Johannes im Pfarrheim. Auf die derzeitigen politischen Unruhen in seiner Heimat angesprochen, bedauerte er, dass es deshalb mehrere Tote gegeben habe. Leider fehle es dort an einer wirklichen Demokratie. Der 59-Jährige hatte eine Anzahl von eindrucksvollen Fotos mitgebracht, die neben seiner seelsorglichen Tätigkeit insbesondere auch Aufschluss über sein Wirken und die vielfältigen Dienste im Krankenhaus aufzeigten. Groß staunten da die Anwesenden etwa über ein Bild, das Frauen mit einigen Scheiten Brennholz zeigt. "Sie waren sehr dankbar über ein paar Bananen sowie das Brennholz, das sie im Arm tragen", berichtete Pater André. Mit dem Holz könnten sie das Essen für die stationären Kranken kochen. Das Brennholz hatte er zuvor von armen "Holzsammlern" aufgekauft.

Ein weiteres Foto zeigte, wie die rationierten Nahrungsmittelportionen (Reis, Zucker, Salz, Fische, Bananen) vor seinem Büro an die Mütter aus der Kleinkinder-Abteilung ausgegeben werden. Der Fingerzeig deute auf die erforderliche Kontrolle,über die gerechte Verteilung hin.

Die Anwesenden freuten sich, als sie den im Jahr 2007 von der Seelsorgeeinheit geschenkten Toyota auf einem Bild erblickten. Es zeigt, dass der Geländewagen bei der Beschaffung von Reis wertvolle Dienste leistet. Auf Befragen erklärte Pfarrer Andrè, dass das Auto 2014 einen anderen gebrauchten Motor erhalten hat. Dies sei nur durch die Spendengelder, die er von der Seelsorgeeinheit Oberviechtach erhalten hatte, möglich gewesen. Er deutete jedoch an, dass für das Fahrzeug erneut Kosten für eine Batterie und für neue Reifen entstehen.

Lebensmittel und Kranke


"Der Geländewagen ist eine unersetzliche Hilfe für die verschiedensten Dienste", bekräftigte er und erwähnte die Lebensmittelbeschaffung, den Krankentransport zum Hospital und nach der Entlassung. Ebenso diene er für den Leichentransport. Der Aushilfspfarrer ergänzte hierzu, dass es sich bei den gewährten Leistungen immer um ganz arme Menschen handelt, denen sonst keine andere Hilfe zuteil kommen würde.

Erfreuliches jedoch brachte der Besuch des Kongolesen im Pfarrheim mit sich. Die Leiterin des Seniorentreffs, Ernestine Niederalt, übergab ihm für seine Arbeit im Hospital 300 Euro. Auch Angelika Vogl war gekommen, um vom Katholischen Frauenbund eine Spende in Höhe von 500 Euro zu übergeben. Der Pfarrer bedankte sich und sagte, dass er damit im Krankenhaus wieder viel Gutes für die Ärmsten bewirken könne.

SpendenDer Seniorentreff St. Johannes gab dem Pfarrer für seine Arbeit im Hospital 300 Euro mit; vom Frauenbund erhielt er eine Spende von 500 Euro. (nid)


Der Geländewagen ist eine unersetzliche Hilfe für die verschiedensten Dienste.Pfarrer André
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