Geheimnis hinter alten Mauern

Ein Besuch auf Haus Murach lohnt sich immer. Jetzt hat die Ruine ein neues Burgzimmer erhalten. Bilder: Portner (4)
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Oberviechtach
01.10.2016
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Mit dem Bagger wurde das Erdreich abgetragen, anschließend wurden die Mauern saniert. Bild: Ingenieurbüro Siegmüller (hfz)

Die Burg Murach zählte einmal zu den beeindruckendsten Anlagen entlang der böhmischen Grenze. Den Burgvogt gibt es schon lange nicht mehr, aber einen Kümmerer, der ebenso "mit Geld und Ansehen" ausgestattet ist. Die Ruine wartet mit toller Fernsicht und einer Überraschung auf.

-Obermurach. "In den vergangenen 10 bis 12 Jahren haben wir die Anlage generalsaniert", sagt Simon Sieß, seit 2005 Leiter der Abteilung Liegenschaften am Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach. Knapp eine Million Euro wurde investiert, um den Bestand für "die nächsten 50 bis 100 Jahre zu sichern". Überraschendes brachte das Ausgraben eines zugeschütteten Burgteils zum Vorschein: den Rest vom Gewölbe eines Wirtschaftsgebäudes. Beim Pressetermin auf "Haus Murach" hat er auch Christian Peter vom Ingenieurbüro Siegmüller aus Regensburg dabei. Dieser unterstützt das Amt bei den statischen Belangen und ist auch bei der jährlichen Baubegehung dabei.

Jeder Riss wird beobachtet. "Die Ruine ist pflegeintensiv, weil die Mauern natürlich auch der Witterung ausgesetzt sind", sagt Sieß und erklärt den Aufbau der Mauerkrone mit den zwei "Gesichtern" und dem Mittelstück, welches unbearbeitet die Nässe wie ein Schwamm aufsaugt. Schutt und Abfallsteine entpuppen sich oft als problematisches Erbe. "Wir müssen zuverlässig verhindern, dass Wasser reinkommt. Dies gefriert im Winter und sprengt das Mauerwerk", erklärt er. Quer eingebaute Nadelanker und Trassmörtel sollen das verhindern.

Alte Fotos und Skizzen


Bevor sich Simon Sieß an die Burg wagte, betrieb er intensives Aktenstudium. "Aus alten Fotos erhält man wichtige Informationen", sagt er und zeigt eine Aufnahme, wie Berge von Steinen am Abhang in Richtung Niedermurach liegen. Alte Pläne, Stiche und Zeichnungen waren es auch, welche die Fachleute auf die Idee brachten, einen aufgeschütteten Burgteil auszugraben.

Der Blick geht hinauf zum Turm. "Das sind keine Schießscharten, sondern Entwässerungslöcher", erklärt der Fachmann. Wir steigen in den Innenhof hinauf. Hier wurde dieses Jahr eine große Maßnahme abgeschlossen, welche die Besucher staunen lässt. "Was alt ist, bleibt erhalten, das Neue wird als solches erkennbar", erklärt Baudirektor Sieß die aktuelle Vorgehensweise bei Burgsanierungen. Deshalb dürfen Stufen auch mit Eisenplatten befestigt werden. Im oberen Burghof war das eigentliche "Haus", die Vorburg, der Getreidespeicher und der Bergfried. Jetzt kommen dazu die Mauern des ausgebuddelten Wirtschaftsgebäudes. Was wünscht sich der Kümmerer der Burg für die Zukunft? "Wenn Geld da ist, wären Informationstafeln schön."

Wir sind jetzt durch. Der Bestand ist für die nächsten 50 bis 100 Jahre gesichert.Simon Sieß, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt


SchlüsselDie Anlage kann jederzeit besichtigt werden. Den Schlüssel für das Burgtor gibt es bei Burgwart Manfred Senft in Obermurach 58, Telefon 09671/91234. Im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum in Oberviechtach (Mühlweg) ist eine Rekonstruktion der Burg zu sehen, die einen Eindruck von dem einstigen imposanten Bauwerk vermittelt. (ptr)
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