Gerhard Meller belegt Krippenbaukurse in Garmisch-Partenkirchen
Meisterbrief für Krippenbau

Gerhard Meller mit seinem Meisterstück, einer heimatnahen Krippendarstellung. Dafür gab es bei der Prüfung die Bewertung "mit ausgezeichnetem Erfolg". Bild: hfz
Vermischtes
Oberviechtach
28.12.2015
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Diese Urkunde hat Gerhard Meller in der Vorwoche erhalten. Bild: bgl

Schon als Kind schnitzte Gerhard Meller Schafe und Hirten und war vom Krippenbasteln fasziniert. Als er vor einigen Jahren von Kursen in Garmisch-Partenkirchen erfuhr, bewarb er sich dort als einziger Oberpfälzer um einen Ausbildungsplatz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Oberviechtach-Plechhammer. Die Weihnachtskrippe zählt neben dem Christbaum zu den am häufigsten anzutreffenden Symbolen der Menschwerdung Christi. Während die Spur des Christbaums bis zu 500 Jahre zurückverfolgt werden kann, sind Krippendarstellungen in der heutigen Art seit Anfang des 17. Jahrhunderts bekannt.

Aber schon im 18. Jahrhundert erlebte die Krippenbaukunst vor allem in Österreich einen Höhepunkt, und weder Krieg noch Armut konnten die Popularität der Krippen stoppen. In unserer Zeit werden die Ausführungen in zwei Hauptgruppen eingeteilt, in die orientalische und die heimatnahe Krippenart. Wer sich an den Bau einer dieser Krippen heranwagt, benötigt einiges an Grundwissen. Eine spezielle Krippenbauschule, auch zur Ausbildung von Meistern, befindet sich im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen.

Vier Lehrgänge


Schon als Kind faszinierte Gerhard Meller aus Plechhammer das Schnitzen von Figuren und das Basteln von Krippen, und schon immer verwendete er seine Freizeit für dieses Hobby. Als er von der Ausbildungsmöglichkeit durch den Bezirk Oberbayern erfuhr, bewarb er sich dort um einen Ausbildungsplatz und bekam als einziger Oberpfälzer auch den Zuschlag für die vierteilige Ausbildung zum Krippenbaumeister. Diese begann für ihn - zusammen mit fünf weiteren Kollegen - im Jahr 2012 mit dem Lehrgang für Kurshelfer. 2013 folgte der Lehrgang für Kurslehrer sowie 2014 für Kursleiter mit zusätzlichem Botanik-Kurs.

Im Februar 2015 ergänzte Meller die Serie noch mit einem Hintergrund-Malkurs und fügte im Oktober die siebentägige Meisterprüfung an, welche von einer Prüfungskommission aus einer Tiroler Krippenbauschule abgenommen wurde. Mit der abschließenden theoretischen Prüfung erreichte Gerhard Meller "mit ausgezeichnetem Erfolg" den Titel "Krippenbaumeister". Er ist damit berechtigt, Unterricht zu erteilen.

Im Verlauf der Ausbildung ging es zunächst um das Kennenlernen verschiedener Putztechniken, die Gestaltung orientalischer Bauwerke und die Symbolik im Krippenbau. Im weiteren Verlauf lernten die Teilnehmer die Gestaltung der Landschaft und den Bau von Holzkonstruktionen. Dabei bildeten Stilepochen und deren Baumerkmale den theoretischen Lerninhalt. In ihrer Abschlussarbeit zeigten die Kursteilnehmer ihre erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten der vorhergehenden Themen. Theoretisch ist das Wissen über Krippenentstehung, Symbolik, Bautechnik und Baustil von Bedeutung.

Ausstellung geplant


Kürzlich bekam Gerhard Meller nun die Urkunde ausgehändigt. Seine Zukunftspläne sieht er vor allem im Weiterbau von verschiedenartigen Krippen, wobei er die gewonnenen Erfahrungen nun in die Tat umsetzen kann. Eine Ausstellung seiner Werke plant er im Dezember 2016 im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum in Oberviechtach.
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