Goldwäscher am idyllischen Forellenbach
Suche nach Goldflinserln

Vermischtes
Oberviechtach
08.04.2015
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Sobald sich der Frühling ankündigt, wird es wieder lebendig in Wald und Flur. Auch im Güttingwald beim Ortsteil Unterlangau kehrt wieder Leben ein, wenn die Goldwäscher am idyllisch plätschernden Forellenbach wieder ihre Waschschüssel mit den im Sonnenlicht glitzernden Sandpartikeln füllen.

Unter fachkundiger Anleitung lernen die Teilnehmer der regelmäßigen Goldwasch-Aktionen die eventuell vorhandenen echten Goldflinserl zu erkennen und vom verführerisch funkelnden Katzengold zu trennen. Die öffentlichen Termine mit Begleitung eines Goldwäschers werden wieder von April bis September angeboten. Schon am Donnerstag nach Ostern, 9. April, geht es um 14 Uhr los. Weitere Veranstaltungen sind am 28. Mai, am 25. Juni sowie am 23. Juli.

Entsprechend ausgeweitet wird das Angebot im Ferienmonat August, mit Terminen am 6., 20. und 23 sowie am 3. September. Im Vorfeld sind dazu Anmeldungen nötig. Daneben sind aber auch zusätzliche Termine von Gruppen oder zu Kindergeburtstagen möglich, ebenfalls nach vorheriger Absprache mit der Tourist-Information bei der Stadt Oberviechtach unter Telefon 09671/30716.

Treffpunkt für die Teilnehmer ist jeweils um 14 Uhr beim Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum. Zum Auftakt erhalten sie eine kurze Einleitung zum thematischen Hintergrund und zur Geschichte des Goldabbaus in der Region Oberviechtach, danach schließt sich die Exkursion an. Auf Wunsch und ebenfalls nach vorheriger Absprache kann auch eine leckere Goldwäscher-Brotzeit organisiert werden.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der Goldbergbau am Gütting bis ins Jahr 1318 zurück reicht. In einer Verpfändungsurkunde an Konrad III. Paulsdorfer von Tännesberg durch Ludwig den Bayern ist damals das "Goldwerk zu Langenau (=Gütting)" bezeichnet. Eine weitere Archivalie bezieht sich auf das Jahr 1571 mit einem Gesuch der böhmischen Bergleute Mathikofer und Röder an den Pfleger von Murach, in der "Gütting bey Langenaw gelegen" Gold waschen zu dürfen. Weiter ist aus dem Jahr 1574 ein Wechsel des "Waschwerkes" an Sebastian Vorstauer aus Salzburg bekannt, mit einer zeitgleichen Suche nach Gold am nahe gelegenen Stangenberg.

Seine letzte Blütezeit erlebte der Goldbergbau am Gütting Mitte des 18. Jahrhunderts unter dem Grafen Sigmund von Haimhausen. 1755 befahl er, den Bergbau im "Seifengoldschlichwerk" bei Pullenried wieder aufzunehmen. Dazu wurden an der Murach südlich von Unterlangau die "nöthigen Poch- und Waschherde" errichtet. Unter der Leitung des Bergoberverwesers Johann, Joseph Arnold und mit finanzieller Unterstützung des Bergamtes Bodenwöhr dauerte der erste Versuchsabbau bis zum Jahr 1758. Im Jahr 1763 wurde dieser unter dem Bergpraktikanten und geübten Goldwäscher Johann Schwarzkönig aus Eule (Jilové) in Böhmen weiter betrieben. Er hatte das Goldseifenwerk Pullenried für abbauwürdig erachtet. 1764 wurde ein Pochwerk gebaut, damit begann eine intensive Goldförderung, die bis 1767 andauerte. Abrechnungen zufolge wurde in jenen Jahren pro Woche Gold im Wert von 40 Gulden gewonnen.
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