Hausaufgabe für Weltenbummler
Familie Praschel erneut auf Tour

Auch 2016 geht Familie Praschel wieder auf Reisen. Ab April ist Nordamerika das Ziel. Im Gepäck haben die Eltern mit ihren beiden Kindern auch ein paar ganz besondere Aufträge. Bild: weu
Vermischtes
Oberviechtach
30.03.2016
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Das Buch "Weltenbummler" von Heike Praschel ist im Piper Verlag München erschienen.

Ihr Ruf als Weltenbummler ist gefestigt. Trotzdem zieht die Familie Praschel jetzt wieder los. Es locken die Weiten Nordamerikas. Und diesmal ist eine ganze Schule in die Reiseplanung verstrickt: die Montessori-Schule in Schönthal.

Oberviechtach/Rötz. Ein Schulprojekt wird die Familie auf der ab April geplanten großen Reise begleiten. Schüler können mit Ideen und Anregungen die Route mitgestalten. Die Reisenden ihrerseits werden Partnerschulen besuchen und für die Daheimgebliebenen recherchieren.

Im Reisen hat die Familie Praschel bereits viel Erfahrung gesammelt. Wie kommt eine Familie mit drei Kindern, darunter einer Einjährigen, auf die Idee, 30 Monate lang durch 20 verschiedene Länder zu reisen und dabei 60 000 Kilometer zurückzulegen? Heike Praschel legte die Gründe dafür in ihrem Vortrag an der Montessori-Schule dar: "Wir wollten den Kindern außergewöhnliche Erfahrungen vermitteln, viel Zeit mit ihnen verbringen und die Welt mit allen Sinnen wahrnehmen."

Doch bevor das Abenteuer 2010 umgesetzt werden konnte, galt es, viele Vorbereitungen zu treffen. Die Kinder mussten für einen Auslandsaufenthalt von der Schule befreit werden, eine Langzeit-Auslands-Krankenversicherung musste abgeschlossen werden. Das neue Zuhause, ein alter Lkw vom Schrottplatz, Baujahr 1965, für 6000 Euro erhielt eine zweckmäßige Einrichtung. Betten, ein Holzofen und eine gemütliche Holuvertäfelung sollten es der Familie ermöglichen, auf acht Quadratmetern alles so vorzufinden, wie sie es in ihrem Haus mit 120 Quadratmetern gewohnt war.

Grenzenlose Freiheit


Dann konnte die grenzenlose Freiheit beginnen. Über Italien und Griechenland ging es in die Türkei. Dort verbanden sich die Gesänge aus den Moscheen mit dem Gejaule der Hunde, erklärte die Referentin. "Bereits am zweiten Tag nach unserer Ankunft in der Türkei gehörten wir zur Familie", betonte sie, und die Frauen haben Lebensmittel und besonders Nüsse vorbeigebracht. Im Iran hörten sie immer "You are welcome" und wurden mit Fragen bestürmt. "70 Prozent haben uns zum Essen eingeladen", erzählt sie. Die Verschleierung war auch für Touristinnen vorgeschrieben. Also besorgte sich Heike Praschel Stirnband, Kopftuch, langes schwarzes Oberteil, Socken und feste Schuhe - und trug das alles bei 30 Grad im Schatten. Die Passage, wie die Familie ein Thermalbad besuchen wollte, um die Freikarten des Bürgermeisters einzulösen, las die Referentin aus ihrem Buch "Weltenbummler" vor.

Unerschrocken und mit viel Humor beschrieb sie ihren Alltag in ihrem rollenden Zuhause, das sie weiter über Kirgistan, Kasachstan und die Mongolei nach Russland führte. Schließlich ging es sogar weiter nach Kanada, in die USA bis nach Mexiko. Damit endete ein großer Traum, den viele haben, aber die wenigsten umsetzen.

Im umgebauten Schulbus


Allerdings scheint es die Familie nicht allzu lange in der beschaulichen Oberpfalz auszuhalten. Schon in ein paar Wochen, im April, will sie sich wieder auf den Weg machen. Die unendlichen Weiten Nordamerikas sind das Ziel und die Suche nach dem Ende der Welt. Vom Staat Washington aus geht es mit einem umgebauten Schulbus in Richtung Norden entlang der Rocky Mountains bis nach Alaska.

Interessant dürfte das begleitende Schulprojekt sein, bei dem die Schüler der Montessori-Schule durch Fragen, Ideen und Wünsche die Reiseroute mitgestalten, und Familie Praschel vor Ort recherchiert und die gestellten Aufgaben umsetzt. Durch Besuche verschiedener Partnerschulen findet ein Austausch der Kinder mit unterschiedlichen Kultur- und Schulformen statt.
Wir wollten den Kindern außergewöhnliche Erfahrungen vermitteln, viel Zeit mit ihnen verbringen und die Welt mit allen Sinnen wahrnehmen.Heike Praschel
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