Hubert Treml begeistert als "Tausendsassa der Wortkunst" mit märchenhaftem Bühnenprogramm
Frau Holle gefällt es in der Oberpfalz

"Märchenprinz" Hubert Treml begeisterte das Publikum im Kulturzentrum der Marktmühle. Bild: bgl
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Oberviechtach
02.02.2016
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"I spinn", sagte Mundart-Märchenprinz Hubert Treml dem Publikum im vollbesetzten Kulturzentrum im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum. Aber das mit dem "Spinnen" glaubte ihm so recht niemand, dem "Tausendsassa der Wortkunst". Von Anfang an zog er alle Register der Erzählkunst und animierte dabei immer wieder zu neuen Lachsalven. Vor allem der Oberpfälzer Dialekt hat es ihm angetan, aus dem er immer wieder kaum mehr bekannte Ausdrücke auf seine Art parodierte.

Museumsleiter Dr. Karl-Heinz Foißner zeigte sich erfreut über die zahlreichen Besucher und stellte den in Weiden aufgewachsenen Künstler, jetzt promovierter Theologe in Regensburg, vor. Er wuchs mit dem Oberpfälzer Dialekt auf und kann daher reden und singen, "wie ihm der Schnabel gewachsen ist". Hubert Treml ist auch leidenschaftlicher Musiker, er spielt Klavier und Gitarre, Mundharmonika und Bass, Melodica und Orgel, schreibt Dialekt-Lieder und tritt als Entertainer auf. "Ich denk, ihr machtsme glücklich weilz ihr da seids", begrüßte er das Publikum. Er regte zum Mitdenken an, die manchmal sehr verzwickten Dialektbegriffe zu verstehen.

Mit viel Humor und Kontakt zum Publikum produzierte er ein mit Witz und Komik gespicktes Nonstop-Programm. Mitunter bediente er sich auch aus Auszügen aus dem Märchenland, zum Beispiel bei der Ballade von Hänsel und Gretel mit der bösen Hexe, gleichzeitig aber auch mit der Fernsehserie "Tatort". "Rapunslerisch geht's weiter" gab Treml dann bekannt und im Gegensatz zum beruhigendem Erzählton schrie er dabei die Warnung in die Menge: "He he he alta Reiwa, lauma mei Rapunsel da in Rua". Dieser Kontrast der Stimmgewalt kennzeichnete den gesamten Verlauf der Veranstaltung und so griff er immer wieder auch zu seiner Gitarre, integrierte dabei auch seine Mundharmonika und schuf somit auch einen Übergang zu seiner "G'stanzl-Oper" für Frau Holle. "Wos bessas wie'n Daud finsd iwarall", war sein Geständnis an das Publikum, welches er wiederum dazu animierte, diesen Text im Kehrvers mitzusingen. Dieses bedankte sich nach einer erbetenen Zugabe mit viel Applaus für mehr als zwei Stunden besondere Unterhaltung.
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