Im Interesse der Sicherheit

Rudi Leibl spickte seinen Festvortrag mit Bildern von der Anfangszeit des Automobils. Damals musste eine Person mit einer Flagge vorausgehen, um die Menschen vor den Gefahren des Autos zu warnen. Repro: frd
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Oberviechtach
20.07.2016
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"Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung", sagte Kaiser Wilhelm II. Anfang des 20. Jahrhunderts. Er verschätzte sich gewaltig. Bald galt es Unfälle zu verhüten, wozu sich 1924 die Deutsche Verkehrswacht und 1966 der Oberviechtacher Verein gegründet haben.

Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen blendete Vorsitzender Rudolf Leibl auf die Anfänge des Autos zurück. Er betonte auch: "50 Jahre Gebietsverkehrswacht Oberviechtach und Umgebung bedeuten fünf Jahrzehnte Einsatz für die Sicherheit auf unseren Straßen und 50 Jahre Ehrenamt vieler engagierter Bürger."

Kleine Zeitreise


In einer kleinen Zeitreise erinnerte Leibl an die Zeit, als Gottlieb Daimler und Karl Benz Ende des 19. Jahrhundert ihre selbstfahrenden Kutschen vorstellten, die höchstens vier Meilen pro Stunde (etwa 6,4 Kilometer/Stunde) und innerorts sogar nur zwei Meilen pro Stunde fahren durften. Zwei Wagenführer waren vorgeschrieben und ein Fußgänger musste mit einer roten Fahne vorausgehen, um die Menschen auf der Straße zu warnen. Kaiser Wilhelm hat diese Zeit mit den Worten bewertet "Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Doch um das Jahr 1911 gab es schon ein paar tausend Automobile in Deutschland, was der Grund gewesen sein mag, warum sich am 3. November 1924 die Deutsche Verkehrswacht mit dem Ziel gegründet hat, die Verkehrssicherheit zu fördern. Im Jahr 1966 gab es im damaligen Landkreis Oberviechtach bereits 4402 Kraftfahrzeuge, davon waren 2163 Personenkraftwagen. Am 7. Juni 1966 trafen sich eine Handvoll Frauen und Männer zur Gründungsversammlung im Gasthof Pösl. Vorsitzender wurde Polizeiobermeister Hans Quittek und Stellvertreter Hauptlehrer Herbert Resch, Schriftführer Regierungsamtmann Friedrich Dorn und Kassier Karl Senft.

Als Startkapital erhielt der Verein einen Scheck über 250 DM von der Landesverkehrswacht Bayern. Bereits am Tag der Gründung erklärten sich 53 Personen schriftlich bereit, Mitglied der Verkehrswacht Oberviechtach und Umgebung zu werden. Ab sofort begann die Arbeit gemäß dem Motto "Sicherheit im Straßenverkehr". Eine der ersten Aktionen waren Veröffentlichungen der "lustigen Verkehrsfibel" in der Grenz-Warte Oberviechtach mit Reimen wie "Die Haxen einer Bauerndirn benebelten sein Fahrerhirn, als er bei den Wadln war, da war's mit allen Madln gar!"

Im Jahr 1972 verstarb der engagierte Vorsitzende und das Vereinsleben ruhte vier Jahre lang. 1976 wurde durch Einsatz des damaligen Bürgermeisters Josef Spichtinger eine außerordentliche Generalversammlung einberufen; in Zusammenarbeit mit der Kreisverkehrswacht Schwandorf und der Landesverkehrswacht Bayern. Bei der Wahl ging der Polizeibeamte Heinz Pieper als Vorsitzender und Josef Dietz als Stellvertreter hervor. Der neue Vorstand engagierte sich sehr. Er übernahm 168 Mitglieder und baute diese auf eine Höchstzahl von 410 Personen aus. Weitere Vorsitzende waren Josef Dietz, Günter Flierl, Karlheinz Schmittgall, Hans Liebermann, Gertrud Waldherr, Rainer Pfeil und seit 2013 Rudolf Leibl. Seitdem findet in Oberviechtach wieder das Programm "Könner durch Erfahrung" mit sehr guter Resonanz statt. Wenngleich in den letzten drei Jahren 44 neue Mitglieder aufgenommen werden konnten, stagniert die Mitgliederzahl bei um die 200.

Dank an Kommunen


Der besondere Dank des Vorsitzenden galt den Kommunen Oberviechtach, Schönsee, Winklarn, Teunz, Niedermurach, Gleiritsch, Stadlern, Weiding und den Sponsoren von der Sparkasse, der Raiffeisenbank und Bonnfinanz für die tatkräftige und finanzielle Unterstützung. Den Leitern von Schulen und Kindergärten sowie den im Verein mitarbeitenden Beamten der Polizeiinspektion und dem ADAC-Ortsclub dankte Leibl für die gute Zusammenarbeit im Interesse der Sicherheit auf den Straßen.

Beim Bericht über die Ehrungen (Montagausgabe) wurde ein Name vergessen: Günter Robl wurde für 30 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Der Aktionstag "Junge Fahrer" am 17. Juli wurde von der Deutschen Verkehrswacht und vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert und unterstützt.
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