Integration am Kochtopf

Mitglieder des evangelischen Kirchenvorstandes und Freunde der Familie Gilch ließen sich das von den syrischen Freunden zubereitete Essen schmecken. Die Idee zu diesem Projekt wurde von Gabi Gilch (hinten rechts) und Angelika Vogl (links) entwickelt. Bild: weu
Vermischtes
Oberviechtach
27.05.2016
59
0

Auch wenn es mit der Fremdsprache Deutsch noch hapert: Im Kochen sind die Flüchtlinge aus Syrien und Irak, die längst zu Freunden geworden sind, spitze. Nach einem Testessen werden sie für ein ganz besonders Mahl angeworben.

/Schönthan. "Auberginen-Lamm-Auflauf, Falafel mit Humus, Bulgur-Herzen, Couscous-Salat und Bulgur-Lamm-Auflauf". Was sich wie die Speisekarte eines ausländischen Restaurants anhört, kam bei einem Kochprojekt mit Freunden aus Syrien und dem Irak in der großen Küche der Familie Gilch in Schönthan auf den Tisch.

Den ganzen Tag wurde geschnippelt, gemixt und abgeschmeckt, so dass ein umfangreiches, kreativ angerichtetes Büfett am Abend auf dem langen Tisch im Wintergarten stand. Eingeladen waren Freunde von Gabi und Dr. Günter Gilch, die Mitglieder des evangelischen Kirchenvorstandes sowie Angelika Vogl. Als "Testesser" sollten sie Gerichte herausfinden, die sich für das Büfett zur Verabschiedung von Pfarrer Dr. Knobloch am 29. Mai eignen. Die große Tischrunde genoss die äußert wohlschmeckenden Speisen und war voll des Lobes für die Kochkünste der ausländischen Freunde.

Diese ließen es sich nicht nehmen, die Gäste zu bedienen und anschließend das Geschirr zu spülen. Ein gelungener Abend, der die Integration wieder ein Stück voran brachte, war die einhellige Meinung.

___



Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/flüchtlinge

Sprachpaten, Spiele und ein AbschiedIm November 2014 fand auf Initiative des CSU-Ortsverbandes ein Runder Tisch statt, an dem alle Institutionen Oberviechtachs vertreten waren und der die Flüchtlingssituation vor Ort zum Thema hatte. Jana Rustler bot sich als Initiatorin für ehrenamtlichen Sprachunterricht mit ihrem Team an, Sprachpaten wurden für die Betreuung der Familien vermittelt. Dekan Alfons Kaufmann schlug ein unkompliziertes Treffen mit den damals neu angekommenen Flüchtlingen aus zumeist arabischen Ländern vor und fragte im Pfarrgemeinderat Angelika Vogl, die sofort ihre Mitarbeit zusagte. So wurde ein regelmäßiges Treffen jeweils am Freitag von 15 bis 17 Uhr im Jugendkeller des katholischen Pfarrheims ins Leben gerufen, an dem Flüchtlinge und Bevölkerungsgruppen beider Konfessionen teilnehmen. Gemeinsames Spielen und Gedankenaustausch bei Kaffee und Tee stehen im Mittelpunkt. Sprachkenntnisse werden vertieft, Beziehungen bilden und verfestigen sich. Auch eine ökumenische Weihnachtsfeier fand statt. Mittlerweile hat sich die Begegnungsstätte zur Anlaufstelle für ratsuchende Flüchtlinge ausgeweitet - für Behördengänge, Wohnungssuche, Fahrdienste, Postbearbeitung, Arztbesuche und Dolmetscher-Dienste. Die angebotenen Hilfsdienste und Begegnungen bedeuten häufig den Beginn einer engen Beziehung nach dem Motto: "Fremde werden Freunde". Anlässlich des Abschieds von Pfarrer Knobloch entwickelte Gabi Gilch die Idee, das von Angelika Vogl und ihrem Team geleitete Treffen mit in die Abschiedsfeier einzubinden. (weu)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.