Jungstörche werden zu Vollwaisen - Spektakuläre Rettungsaktion
Tragödie in der Bezirksamtsstraße

Vermischtes
Oberviechtach
01.07.2015
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Es ist traurig: Nun rührt sich zumindest in diesem Jahr absolut nichts mehr im Storchenhorst auf dem Gebäude des ehemaligen Oberviechtacher Landratsamtes in der Bezirksamtsstraße.

Da schon vor einigen Wochen einer der Altstörche nahe der B 22 ums Leben gekommen ist, war der zweite Altstorch seit dieser Zeit unermüdlich unterwegs, um die vier Jungstörche mit Nahrung und Wasser zu versorgen. Die Jungen wuchsen heran und mit ihren Flugversuchen weckten sie die Hoffnung, dass der Altstorch alleine alle vier Jungstörche durchbringt.

Doch Anfang letzter Woche wurde die Hoffnung jäh zerstört: der Storch mit dem "ausgeprägten Sozialverhalten" wurde nahe der Käfermühle in einem Weiher (nicht im Bereich der Fischzuchtanlage) tot aufgefunden. Die "Storchennachbarn", die aufmerksam die großen Bemühungen des Altstorches beobachtet haben, hatten schon bemerkt, dass der Altstorch ab Montagnachmittag nicht mehr zum Horst zur Fütterung der Jungen zurückgekommen war.

Horstbetreuer Gotthard Klier rief Bürgermeister Heinz Weigl an und machte ihm deutlich, dass den Jungstörchen geholfen werden müsse, denn ohne Ernährer wären sie dem sicheren Hungertod ausgeliefert. Da rasch gehandelt werden musste, machte Heinz Weigl die Jungstorchenrettung zur "Chefsache" . Er bat seinen Bürgermeisterkollegen Martin Birner in Neunburg um "Amtshilfe". Birner schickte seine Feuerwehrleute mit der großen Drehleiter nach Oberviechtach, um die Jungstörche aus dem Horst zu holen.

Doch die Rettung der vier Jungstörche lief, trotz der behutsamen Vorgehensweise der Feuerwehrmänner aus Neunburg und Oberviechtach nicht ganz reibungslos ab. Der größte der vier Jungstörche stürzte sich fluchtartig aus dem Horst und flog im Tiefflug in Richtung Lidl-Markt, wo er von einem Passanten gesehen und der Oberviechtacher Feuerwehr gemeldet wurde.

Nachdem die anderen drei Störche mit Hilfe der Drehleiter aus dem Horst geholt und in Transportkisten gebracht waren, galt es, auch noch den vierten Storch einzufangen. Der "flüchtige" Jungstorch hatte sich in einem Gebüsch niedergelassen. Als sich ihm die Aktiven der Wehr näherten, flog er über das ehemalige Bahnhofsgelände in Richtung Fichtenbühlsiedlung davon.

Nach intensiver Suche konnte der junge Adebar eingefangen werden. Noch am Abend wurden die vier Jungstörche in die Vogelauffangstation nach Regenstauf gebracht.
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