Lernen für den Katastrophenfall
Feuerwehr frischt Wissen auf

Thomas Wetzel. Bild: frd
Vermischtes
Oberviechtach
12.03.2016
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Vier Buchstaben stehen für einen nicht ungefährlichen Transport. Denn in der "Mero" (Mitteleuropäische Rohölleitung) gibt es bis 65 bar Druck. Da sollte sich auch die Feuerwehr auskennen. Die 28 Zoll starke Fernleitung "Mero" kommt aus Tschechien und führt über den Raum Oberviechtach in Richtung Regensburg. Zwar sind für dies Pipeline alle nur erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, doch da in dieser Leitung Druck von 5 bis 65 bar (an der Pumpstation) herrscht, ist auch für einen Katastrophenfall Vorsorge zu treffen.

Für den "Fall X"


Ein Übungsabend bei der Stützpunktfeuerwehr Oberviechtach frischte das Wissen in einigen Unterrichtsstunden auf.
Anwesend war dazu Mero-Sicherheitsmanager Thomas Wetzel, der mit vielen Informationen aufwartete. Sollte ein Leck in der Ölleitung gemeldet werden, muss schnell reagiert werden. Je eher die Schadensstelle gefunden und das Leck abgedichtet wird, umso kleiner kann ein daraus entstehender Schaden gehalten werden.


Pläne für so einen Fall sind Teil der Sicherheitsvorkehrungen, in die auch der Katastrophenschutz eingebunden ist. Allen Feuerwehren und sonstigen Einsatzkräften liegen Pläne für den "Fall X" vor. Auch die Betreiber der Pipeline stellen dafür rund um die Uhr Ansprechpartner.

Die erste Vorsorge ist bereits mit der Bauweise der ölfördernden Stahlrohre getroffen worden. Sie weisen einen Durchmesser von 28 Zoll und eine Wandstärke von 8,8 bis 12,5 Millimeter auf. Zusätzlich sind diese Rohre, um mögliche Druckstellen auszugleichen, noch mit einer drei Millimeter starken PE-Umhüllung versehen. Immerhin zehn Millionen Tonnen Öl fließen pro Jahr durch diese Leitung. Für alle Fälle gibt es entlang der Leitungstrasse insgesamt 97 Ölsperren in allen Fließgewässern, die von der Fernleitung gequert werden. Auch bei den Feuerwehren lagert Material zur Bekämpfung von Ölunfällen.

Strikt nach Plan


Sollte der Altlandkreis Oberviechtach von einer Alarmierung betroffen sein, würde im Oberviechtacher Feuerwehrgerätehaus eine "Einsatzzentrale" eingerichtet. Dort könnten dann alle Meldungen auflaufen und Maßnahmen koordiniert werden. Solange Ort und Umfang des Schadens nicht bekannt sind, verfahren die Katastrophenschutzkräfte strikt nach Plan und bauen dort ihre Ölsperren auf, wo sie vorgesehen sind.

Generell sollten verdächtige Ölspuren - ob im Wasser oder auf dem Land- umgehend gemeldet werden. Bei einer größeren Übung hat die Feuerwehr das Anlegen von Ölsperren vor einigen Jahren auf dem Mühlweiher bei Thanstein, sowie auch am Höslweiher in Lukahammer und in diversen Flussabschnitten bereits geübt. Mero-Sicherheitsmanager Thomas Wetzel merkte dazu an, dass Fehler bei solchen Übungen gar nicht schlecht seien, denn daraus könne man lernen.
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