Maler verewigt auf Deckengemälde in der Pfarrkirche Personen aus dem Pflegamt
Frappierende Ähnlichkeiten

Auf dem Deckengemälde in der Pfarrkirche hat Forscher Maximilian Zinnbauer Ähnlichkeiten mit historischen Personen aus dem Umfeld des Pflegamts entdeckt. Bilder: bgl (2)
Vermischtes
Oberviechtach
26.09.2016
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(bl) Bei seiner Forschungsarbeit ist Maximilian Zinnbauer auch auf interessante Details gestoßen, die das Deckengemälde in der Oberviechtacher Pfarrkirche betreffen. Und er hat eine erstaunliche Ähnlichkeit entdeckt.

Das Deckengemälde zeigt die Enthauptung Johannes des Täufers. Das von der Forschung bisher nicht eingehender beschriebene Werk entstand möglicherweise vor 1789 durch die Hand eines unbekannten Amberger Künstlers. Es greift das biblische Thema auf und versinnbildlicht es als Allegorie einer moralischen Wahl zwischen drei Wegen. Im Zentrum befindet sich dabei das Haupt des Johannes im Tempel von König Herodes. Es ist seine Stieftochter Salome, die diese Trophäe in einer Schale ihrer Mutter Herodias reichen lässt.

Zweifelsfrei habe der Künstler als Modell authentische Personen aus dem Umfeld des Pflegamts Obermurach verwendet, hat Zinnbauer herausgefunden. Der Maler war demnach ein über viele Einzelheiten informierter Künstler, der die Personal- und Familienverhältnisse im Pflegamt Obermurach mit den dargestellten Personen meisterlich im Fresko umgesetzt hat.

Landhauptmann und Pflegkommissar Ehrnlechner sitzt als Herodes im Thronstuhl. Ehrnlechners Ehefrau, geborene Maria Eva Crenzin, Inhaberin der Pflegverwaltung (1755), ist hier unzweifelhaft als Salome mit dem Haupt des Johannes dargestellt, welches sie ihrer Mutter Herodias reicht. Mit Herodias weist der Künstler auf die Hauptpflegerin in Obermurach, Maria Theresia von Alphson, geborene Freifrau von Mörmann hin. Sie wurde gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester (1743) von Kurfürst Karl Albrecht bzw. Kaiser Karl VII. mit einer lebenslangen Versorgung bedacht. Die dritte Personifikation betrifft Ehrnlechners 1771 verstorbenen Sohn. Ihm steht als Symbolfigur ein übergroßer grauer Hund zur Seite.
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