Ministranten gestalten Fastentuch
„Fasten mit den Augen“

Die sieben "Ich bin" Sätze aus dem Johannesevangelium bilden die Grundlage für das von den Ministranten gestaltete Fastentuch. Bild: hfz
Vermischtes
Oberviechtach
18.02.2016
12
0

Hungertücher haben ihren ursprünglichen Platz in der Fastenzeit. Seit nun schon über 1000 Jahren wird dieser Brauch gepflegt. Das Tuch hat während der 40-tägigen Fastenzeit eine verhüllende Funktion, um so Kreuze, Altäre oder den gesamten Altarraum den Blicken der Gläubigen zu entziehen - als Symbolhandlung "Fasten mit den Augen". Dem Büßer wird so der Anblick des Mysteriums der Wandlung versperrt. Oft werden auf den Fastentüchern religiöse Themen an die Gemeinde transportiert.

So haben sich auch die Oberviechtacher Ministranten mit der Thematik des Fastentuchs beschäftigt, während viele andere sich noch in der Faschingszeit wähnten. Unter der Leitung der beiden Oberministranten Maria Forster und Marco Baier und der Gruppenleiter haben sich die Ministranten in der Gruppenstunde zunächst mit der Geschichte und dem Brauchtum des Fastentuches beschäftigt und sich dann an die künstlerische Herausforderung der Gestaltung gewagt.

Das Thema war schnell gefunden: Die sieben "Ich bin" Sätze aus dem Johannesevangelium bilden die Grundlage für das Tuch. So kann der gute Hirte, der Weg, die Tür, der wahre Weinstock und das Brot des Lebens auf dem Tuch gefunden werden. Der Kreis in der Mitte mit den abgehenden Strahlen steht für das Licht des Lebens. Somit wird durch den Bilderzyklus auch der letzte Satz "Ich bin die Auferstehung und das Leben" (Johannes 11,25) versinnbildlicht. Diese Metaphern sind für die Kinder und Jugendlichen verständlich, so dass auch darüber diskutiert wurde, wie Jesus sich in unserer heutigen Zeit erklären würde.

Die verschiedenen Bilder wurden auf drei Gruppen aufgeteilt und jede beschäftigte sich mit der Umsetzung. In insgesamt über 20 Arbeitsstunden und mit Hilfe von über 40 Händen wurde dann das Fastentuch, das uns wegen seiner Größe von neun Quadratmetern in den Bann zieht, gestaltet. Für die Kinder war dies ein großartiges Gemeinschaftserlebnis, konnten sie doch so ein besseres Verständnis für die Verhüllung in der Fastenzeit als auch für das Fasten entwickeln, aber auch ihrer Kreativität in religiösen und gestalterischen Aspekten freien Lauf lassen.

Seit dem ersten Fastensonntag ist dieses Passions-Kunstwerk nun in der Oberviechtacher Stadtpfarrkirche im Altarraum zu bewundern.
Weitere Beiträge zu den Themen: Ministranten (139)Fastentuch (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.