Mit Kreativität zum neue Dach

Die Auferstehungskirche ist eingerüstet. Zur Verabschiedung von Pfarrer Dr. Knobloch wurde das Gerüst mit 30 Engeln geschmückt. Dekan Karlhermann Schötz (vorne) und die syrischen Freunde freuen sich mit der Gemeinde über den Beginn der Renovierung. Bilder: weu (2)
Vermischtes
Oberviechtach
09.06.2016
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Auch der Kirchturm erhält einen neuen Anstrich und ist deshalb eingerüstet und verhüllt.

Die evangelische Auferstehungskirche ist eingerüstet und verhüllt, wie vor Jahren der Reichstag in Berlin. Die Sanierung des Gotteshauses hat mit etwas Verspätung begonnen. Das kann aber auch ein gutes Zeichen sein.

Seit vielen Jahren sind Pfarrer, Kirchenvorstand und die Gemeinde besorgt um ihre Auferstehungskirche. Wasser dringt an einigen neuralgischen Stellen ins Gemäuer, Putz blättert ab und Schimmel bildet sich. Es wurde lange Zeit nach Lösungen gesucht und alle möglichen Fachleute befragt.

Es gibt nur eine Lösung


Aber schließlich gab es nur eine Lösung: Die Kirche muss außen dringend saniert werden, um nichts von der Bausubstanz dieses architektonischen Meisterwerkes zu gefährden. 52 Jahre nach Bestehen des Gebäudes entschloss sich der Kirchenvorstand zur Renovierung von Dach und Außenfassade. Schon 2006 hat das Gremium zusammen mit Pfarrer Leander Sünkel mit der Erweiterung des Verbindungsbaus zwischen Kirche und Gemeindesaal einen wichtigen Schritt getan. Hier wurden die maroden Außentüren erneuert und mehr Platz für das Gemeindeleben geschaffen. So konnte nun der Zwischenbau einerseits vielseitiger genutzt werden, andererseits war es möglich, hier die Sakristei unterzubringen und zugleich eine behindertengerechte Toilette einzubauen, so dass gehbehinderte Gemeindeglieder nicht mehr den anstrengenden Weg in den Keller antreten müssen.

Da es Pfarrer Dr. Knobloch gelang, die letzten Schulden aus dieser Baumaßnahme mit Hilfe des Dekanats zu tilgen, konnte man an eine finanzielle Planung zur anstehenden Renovierung gehen. Neben dem Zuschuss der Landeskirche und einer Ergänzungszuweisung des Dekanats bleibt bei einer Kostensumme von rund 150 000 Euro an der Gemeinde trotzdem eine erhebliche Summe an Eigenleistung hängen. Stolz ist man nun darauf, in relativ kurzer Zeit diese Eigenmittel durch zahlreiche Fundraising-Aktionen und Spenden erreicht zu haben. Aufsehen erreghte dabei "Luther blüht". Ein aus 20 000 Tulpenzwiebeln gepflanztes Porträt des Reformators verschaffte der Gemeinde viel öffentliche Aufmerksamkeit, einen intensiven ökumenischen Austausch und ein erhöhtes Spendenaufkommen für die Sanierung des Kirchendachs.

Auch mit vielen weiteren Aktionen wie Konzerten zeigte die Gemeinde große Bemühungen, Geld zu erwirtschaften, was auch vom Dekanat mit Wohlwollen beobachtet wurde. Dankbar ist man auch für die Unterstützung seitens der Stadt Oberviechtach, die vom Stadtrat einstimmig gebilligt wurde. Nachdem alle Gewerke vergeben sind, freut sich die Gemeinde, dass der Kostenrahmen nicht überschritten wird.

Ende Juli anvisiert


Unter der Leitung des Ingenieurbüros Bräutigam aus Nabburg werden die Arbeiten voraussichtlich zwölf Wochen dauern. In der anstehenden Vakanzzeit - Pfarrer Dr. Harald Knobloch hat vor seinem Abschied alles bestens vorbereitet - wirdein Bauausschuss das Vorhaben begleiten. Dieser besteht aus Kirchenvorständen (Dr. Ellen Deußer-Schuller, Erich Schlicker, Georg Birner, Udo Weiß). Ende Juli dürfte die Kirche wieder im neuen Glanz stehen.

AuferstehungskircheDie Kirche ist ein architektonisches Meisterwerk des berühmten Münchner Architekten Olaf Andreas Gulbransson, der die Einweihung nicht mehr erlebte, da er tödlich verunglückte. Grundsteinlegung war am 4. November 1962. Die Kircheneinweihung fand am 27. September 1964 statt. Orgel- und Glockenweihe war am 9. Mai 1965. Altar, Taufstein und Kanzel aus Tuffstein sind Werke von Karl Oppenrieder, Steinmetz und Bildhauer (München). 2006 Erweiterung des Zwischenbaus mit neuer Sakristei und Behindertentoilette. (weu)
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