„Neophyten“ sind schön, aber problematisch
Wenn die Feinde fehlen

Kreisfachberaterin Heidi Schmid referierte über "Neophyten". Bild: nid
Vermischtes
Oberviechtach
11.11.2016
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"Als Neophyten werden Pflanzen bezeichnet, die nach der Entdeckung Amerikas von Menschen absichtlich oder unabsichtlich in ein Gebiet gelangt sind, in dem sie natürlicherweise nicht vorkamen." Diese Begriffserklärung stellte Kreisfachberaterin Heidi Schmidt an den Beginn ihrer Präsentation beim Obst- und Gartenbauverein (OGV). Die anfängliche Freude an den Pflanzen werde oft getrübt, wenn sich herausstellt, dass viele davon sehr problematisch sein können.

Schmid berichtete den interessierten Besuchern im Vereinshaus des OGV, dass aus der Vielzahl dieser "Zuwanderer" etwa 30 als problematisch gelten. Alle haben gemeinsam, dass sie keine Fraßfeinde haben, viele Samen produzieren und starke Wurzelausläufer haben. Oft stellen sie auch eine Gefahr für die Gesundheit dar. Auf fünf davon ging Schmid in einer bebilderten Präsentation näher ein und zeigte auch ihr Vorkommen in der nächsten Umgebung. So habe man den in China, Japan und Korea heimischen "Japanischen Staudenknöterich" im 19. Jahrhundert als Futter- und Zierpflanze nach Mitteleuropa eingeführt. Er ist schnellwüchsig (bis vier Meter hoch, bis 40 Zentimeter große Blätter), hat unterirdische Sprossen und verdrängt andere Arten. Selbst Hänge macht er unstabil und lässt sich nur mehr schwer bekämpfen.

"Sehr problematisch ist die als Zierpflanze aus dem Kaukasus eingeführte Herkulesstaude oder Riesen-Bärenklau", wusste die Gartenfachfrau zu berichten. "Die über zwei Meter hoch werdende Staude besitzt mehrere Zehntausend schwimmfähige Samen, die bis zu zehn Jahren keimfähig sind, verdrängt heimische Arten und fördert Bodenerosion." Außerdem enthält sie phytotoxische Stoffe, die bei Berührung in Verbindung mit Sonnenlicht verbrennungsähnliche Schäden an der Haut verursachen. Beim Vorkommen an Rad- und Wanderwegen ist daher besondere Vorsicht geboten; Schmid empfahl, die Kommune einzuschalten.

Die Kreisfachberaterin für Gartenbau versäumte es nicht, ihre Anerkennung für die Aktivitäten des OGV Oberviechtach, zum Beispiel bei der Apfelsaftherstellung auszusprechen. OGV-Vorsitzender Karl Ruhland freute sich über das Lob und die Mitglieder nutzten die Anwesenheit der Gartenfachfrau für einen fachkundigen Rat für ihre aktuellen Anliegen.
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