Oberstleutnant Lars Obst wählt deutliche Worte
Respekt wichtig

Oberstleutnant Lars Obst nahm beim Appell zu den Vorfällen in der Bundeswehr Stellung. Bild: frd
Vermischtes
Oberviechtach
19.05.2017
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Der stellvertretende Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Lars Obst, nahm beim Bataillons-Appell (Bericht folgt) zu den zu den Vorfällen in der Bundeswehr Stellung, welche in den letzten Wochen Thema in den Medien waren. Zu den Geschehnissen in Pfullendorf, Bad Reichenhall, Sondershausen und Illkirch sowie Donaueschingen wählte der Oberstleutnant Obst klare Worte.

"Vorab gilt für alle Fälle dieser Art, dass sie disziplinar oder strafrechtlich zu verfolgen sind", stellte er fest. Das was in diesen Fällen passiert, sei nicht richtig und stelle alle in der Öffentlichkeit in ein schlechtes Licht. Ein Generalverdacht sei hier aber fehl am Platz: "Unsere Geschichte ist eine spezielle. Jeder weiß das von uns und gemäß unserem Traditionserlass von 1982 ist da kein Platz für einen Bezug auf die Wehrmacht allein." Gerade die Geschichte der Panzergrenadiere und der Kameraden der Panzerwaffe liege im Zweiten Weltkrieg. Dennoch müsse eine klare Trennung zum verbrecherischen Nationalsozialismus gezogen werden. "Jegliche Verherrlichung dieses Systems hat bei uns in der Bundeswehr keinen Platz", bekräftigte Obst. Jeder, der dieses System verherrlicht, indem er Hakenkreuze malt oder andere Dinge tut, habe nicht verstanden, das neben der Judenvernichtung und anderen Kriegsverbrechen der Nationalsozialismus auch gegenüber seinen eigenen Soldaten verbrecherisch agierte. Wir als Vorgesetzte aber auch alle Soldaten müssen aufeinander aufpassen. Viele Dinge, die in den Medien sind, hätten vermieden und verhindert werden können. "Schauen wir nicht weg! Es geht nicht nur um Rechtsextremismus, sondern auch um das soldatische Miteinander. Ein respektvoller Umgang heißt nicht Weichspülerei." Befehlssprache gerade im Gefecht sei klar und eindeutig, aber auch auf keinen Fall herablassend oder entwürdigend.

"Wir als Oberviechtacher Panzergrenadiere, wie auch 99 Prozent unserer Kameraden in der Bundeswehr leisten einen guten Dienst im Sinne der freiheitlichen demokratischen Grundordnung", stellte der stellvertretende Bataillonskommandeur fest.
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Heinz Rahm aus Weigendorf | 19.05.2017 | 20:26  
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