Oberviechtach legt bei Einwohnern wieder zu
„Fünftausender“ im Visier

Den Blick in Richtung Zukunft: Die jüngsten Bürger von Oberviechtach sind in der Kinderkrippe "Spatzennest" gut aufgehoben. Beim leichten Anstieg der Einwohnerzahlen spielen allerdings die Zuzüge eine größere Rolle als die Geburten. Vor 50 Jahren war dies noch anders. Bild: Portner
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Oberviechtach
03.06.2016
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"Genau 4000 Einwohner" titelte die Grenz-Warte vor 50 Jahren am 3./4. Juni 1966. Im Jahr 1994 war dann auch die 5000-Marke geknackt, die bis 2006 gehalten wurde. Aktuell fehlen der Eisenbarth-Stadt dazu 82 Bürger. Stark nachgelassen hat das "starke Geschlecht".

Beim Blättern in den gebundenen Jahresbüchern der Grenz-Warte stößt man immer wieder auf interessante Meldungen.

So schreibt die Heimatzeitung in der Ausgabe 3./4. Juni 1966: "Einen Tag nach dem Pfingstfest, dem 31. Mai 1966, registrierte das Einwohnermeldeamt den 4000. Einwohner der Stadt. Tags darauf, am 1. Juni, war die Grenze schon überschritten. Damit ist der Bevölkerungszuwachs schneller gestiegen, als man vor einem knappen halben Jahr annehme durfte." Genau fünf Jahrzehnte später sind im Rathaus 4918 Einwohner mit Hauptwohnsitz gemeldet. Doch es waren schon weitaus mehr: Der Sprung über die 5000er-Grenze gelang zum Jahresanfang 1994, wie die Daten des Statistischen Landesamtes ausweisen. Waren am 31. Dezember 1993 noch 4995 Bürger vermerkt, so sind es Ende Juni 1994 schon 5030.

Der Spitzenwert mit 5513 Bürgern wird für März 1996 angegeben. Ab da ging es dann wieder "rasant bergab". Zum 30. April 1996 meldet die Statistik 5508 Einwohner und acht Monate später, am 31. Dezember 1996, waren es nur noch 5096.

Zwölf Jahre drüber


Zwölf Jahre lang hielt sich die Eisenbarth-Stadt über der magischen Zahl "5000". Doch 2006 war es damit vorbei: Zum 31. Dezember werden nur noch 4974 Stadtbürger gezählt. Seither kratzt das Einwohnermeldeamt mehr oder weniger nah am 5000er und nimmt jedes Jahr neuen Anlauf. Ein Lichtblick dabei: Vom "Einbruch" in 2011 (4850) hat man sich wieder recht gut erholt. "Wir fördern und schätzen junge Familien", sagt Bürgermeister Heinz Weigl auf Anfrage der NT-Redaktion. So gibt die Stadt einen Kinder-Bonus als Eigenheimförderung. Beim Kauf eines Baugrundstücks reduziert sich der Kaufpreis um 2500 Euro pro Kind; wer ein über 40 Jahre altes Haus erwirbt und saniert, kann mit 5000 Euro je Kind rechnen. "Dies gilt auch für die Ortsteile", bekräftigt Weigl. Neues Bauland im Stadtgebiet gibt es in Kürze in den Baugebieten "Schießanger" und "Im Wiesengrund". Der Stadtrat setzt dabei auch auf den Freizeitwert: Der Kleinkinderbereich im Freibad wird nächstes Jahr saniert und derzeit steht die Umsetzung des Spielplatzkonzeptes im Fokus.

"Wir wollen aber auch Arbeitsplätze schaffen, damit die Leute nicht nur hier wohnen, sondern auch arbeiten können", bekräftigt der Bürgermeister und spricht die Ausweisung eines neuen Industriegebietes an. Er denkt auch an die Soldaten in der Grenzlandkaserne. Diese sollten nach ihrem aktiven Dienst einen interessanten Arbeitsplatz in der Region vorfinden. Die Chance für den schnellen Sprung über die 5000-Marke liegt dabei ganz nah: Wenn noch mehr Soldaten ihren Hauptwohnsitz in Oberviechtach melden.

Nur ein Baby


Die Grenz-Warte beschreibt am 3./4. Juni 1966 die Einwohnerbewegungen für Mai 1966 (in Klammern die aktuellen Zahlen für Mai 2016) wie folgt: 22 (26) Zuzüge; 12 (1) Geburten; 4 (19) Wegzüge; 9 (6) Sterbefälle. "Es blieb damit ein Überschuss von 21 neuen Bürgern", heißt es in der historischen Ausgabe. Davon ist man heute (plus 2 Bürger) weit entfernt.

Interessant ist auch ein weiterer Aspekt. Vor 50 Jahren waren es 2192 männliche und 1808 weibliche Einwohner. Seither haben die Frauen gut zugelegt und die Männer überholt. Zum 31. Mai 2016 waren 2445 männliche und 2473 weibliche Bürger beim Einwohnermeldeamt registriert, wie Regina Mehler beim Blick in ihre Unterlagen mitteilt. Unter den 4918 Einwohnern sind 213 Ausländer, davon 104 EU-Bürger und aktuell 45 Flüchtlinge.

Wir fördern und schätzen junge Familien.Bürgermeister Heinz Weigl
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