Oberviechtacher und Pfreimder Soldaten üben mit internationalen Streitkräften in Hohenfels
Damit die Taktik aufgeht

Kurz vor dem Ziel wird bei dem simulierten Angriff die Bevölkerung über Lautsprecher angewiesen, in den Häusern zu blieben. Die Soldaten müssen zuvor sicherstellen, dass kein "Feind" mehr im Dorf lauert. Bilder: frd (3)
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Oberviechtach
10.02.2016
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Unter einer aufgebauten "Nebelwand" nähert sich der Kampfpanzer "Leo" dem Angriffsziel.

Im Kampf gehen sie bis an ihre Grenzen: Diese Belastung müssen Soldaten erst einmal aushalten lernen. Damit sie dabei auch noch koordiniert mit anderen Streitkräften zusammenarbeiten können, gibt es die Übung "Allied Spirit". Mit im Boot sind dabei Soldaten aus Oberviechtach und Pfreimd.

Oberviechtach/Pfreimd/Hohenfels. Bei der Übung "Allied Spirit IV (ASIV)" auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels waren heuer 2400 Soldaten aus 7 Ländern mit von der Partie. Um an der internationalen Übung teilnehmen zu können, müssen sich die Soldaten gut vorbereiten. Das galt auch für das Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach. Den Auftakt bildete im Januar eine Verlegung der Oberviechtacher Soldaten nach Hohenfels.

Durchhalten im Morast


Zunächst in Gruppen, dann in ganzen Zügen wurden die Soldaten trainiert. Für zwei Wochen nutzten sie dazu den Übungsplatz in Hohenfels. Feucht-kaltes Winterwetter und ein morastiger Untergrund stellten für die Teilnehmer eine nicht zu unterschätzende körperliche Belastung dar. Dabei war Kondition und Durchhaltevermögen gefragt, auch psychische Faktoren galt es in den Griff zu bekommen. Immerhin ist hartes Training gerade für die Panzergrenadiere, die sich im Kampf bewähren müssen, die beste Lebensversicherung bei einem Auslandseinsatz.

Vor allem der Angriff verlangt ihnen viel ab: Es gilt in unbekanntes und feindlich besetztes Gelände vorzudringen - ohne zu wissen welche Hindernisse es gibt und wo der Feind lauert. Beim "großen Finale" am letzten Übungstag durften auch Medienvertreter dabei sein. Für die Soldaten der 3. Kompanie des Panzergrenadierbataillon 122 stand ein simulierter großer Angriff auf gegnerische Truppen auf dem Programm. Zwei Panzergrenadier-Züge der dritten Kompanie und ein Panzer-Zug des Panzerbataillons 104 aus Pfreimd waren dabei eingesetzt. Der Angriff wurde unterstützt und überwacht von den "US-Strykern".

Verbindung halten


Besonders wichtig war es dabei, ständig die Verbindung zu den benachbarten Kämpfern zu halten. Denn prescht eine der angreifenden Einheiten zu weit vor, besteht die Gefahr, dass der Feind einen Keil in die Flanke der Angreifer treibt und so möglicherweise von zwei Seiten gefährlich werden kann. Zur Taktik gehörte auch der Einsatz von Artillerie und Apache-Kampfhubschraubern. Letztere sollten sich nur wenige Meter über dem Boden dem Ziel annähern und den Angriff der Panzer und Schützenpanzer absichern.

Nach "Übungsende" zeigte sich sowohl der Oberviechtacher Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Mario Brux, als auch der in Hohenfels weilende Brigadegeneral René Bodemann mit den Leistungen sehr zufrieden. Einmal mehr hätten die Soldaten ihr Durchhaltevermögen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, lautete die Bilanz.

"Allied Spirit"Die Übung " Allied Spirit IV" (ASIV) ist eine von den europäischen US-Streitkräften koordinierte, multinationale Übung. Sie dauerte von 10. Januar bis 5. Februar und erfolgte auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels. Ziel der Übung war es, Streitkräfte verschiedener Nationen auf ein gemeinsames Zusammenwirken vorzubereiten. Dabei ging es sowohl um Taktik, als auch um Kommunikation. Über 2400 Soldaten haben sich daran beteiligt, da mehr als 1700 US-Soldaten aber auch über 740 aus den Nationen Canada, Deutschland, Italien, Litauen, Slovenien und Großbritannien. Die größten multinationalen Verbände/Einheiten waren: Garibaldi-Brigade (Italien), 4th Battalion Royal Regiment of Scotland (Großbritannien), Grenzlandbataillon 122 (Deutschland), 3rd Company, 10th Regiment (Slowenien), Royal 22e Regiment (Kanada). Die größten beteiligten US-Einheiten: 2nd Cavalry Regiment, 4th Battalion, 319th Field Artillery Regiment sowie 54th Engineer Battalion, 173rd Infantry Brigade Combat Team und das 3rd Battalion , 227th Aviation Regiment "Spearhead" und nicht zuletzt die Michigan National Guard. Bei dem Treffen ging es auch darum, die Koordination von Artilleriesystemen verschiedener Nationen zu erproben (frd).
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