Osternacht in der Pfarrkirche St. Johannes
Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Männerschola des Kirchenchores mit Chorleiter Stefan Schäufl (rechts) umrahmte die Osternacht gesanglich.
Vermischtes
Oberviechtach
29.03.2016
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Die Osternacht in der Pfarrkirche St. Johannes bildete am Samstagabend den Höhepunkt beim Osterfest der katholischen Gläubigen. Dieses Jahr erklang der Chorgesang von der Männerschola. Die zusätzlich aufgestellten Stühle reichten für den Ansturm nicht aus.

Als eine Viertelstunde vor 21 Uhr die Ratschen den Beginn ankündeten, wurde es schon eng um die Zusatzbestuhlung in der Pfarrkirche. Der zeitgleich stattgefundene Fußballklassiker Deutschland - England vermochte es nicht, den Besuch der Auferstehungsfeier zu beeinträchtigen.

Lodernde Flammen


Draußen, vor dem Südportal, bildeten etwa 35 Ministranten, zusammen mit Stadtpfarrer Alfons Kaufmann, einen Kreis um das brennende Feuer. Kaufmann erinnerte dort an das biblische Ereignis vom brennenden Dornbusch und sprach das Segensgebet über die lodernden Flammen. Er entzündete daran die metergroße Osterkerze und trug sie, gefolgt vom liturgischen Dienst, in die stockdunkle Kirche. Dreimal machte er Halt und rief in steigendem Ton "Lumen Christi" (das Licht Christi); beeindruckend erschall darauf jeweils von den Versammelten der Dank an Gott mit "Deo gratias". Mit dem Weiterreichen des Lichts an die Kerzen der Gläubigen entstand die für die Osternacht prägende Atmosphäre, in der die alttestamentlichen Lesungen und das Osterlob folgten. Das vom Stadtpfarrer angestimmte "Ehre sei Gott in der Höhe" ließ die Osterfreude aufbrechen. Paulinus Lesser griff zu Tasten und Registern. Die Eisenbarth-Orgel ließ ihre Klangfülle in allen Facetten erfahren und das allmählich aufkommende Licht brachte das Kircheninnere zum Erstrahlen.

Zweifel und Fragen


Mit dem Sprichwort "Die Hoffnung stirbt zuletzt", begann der Stadtpfarrer seine Predigt. Er nahm dabei Bezug auf die Frauen, die das leere Grab vorfanden. Kaufmann fragte, was uns Menschen bleibt, wenn jede menschliche Hoffnung gestorben ist. "Haben wir mehr in der Hand als die Frauen und die Jünger damals? Wir haben nicht mehr Begründungen als die Christen dieser ersten Stunde, wir haben die gleichen Zweifel und Fragen wie sie. Wie die Frauen und Männer haben auch wir gute Gründe an die Auferstehung, an das neue Leben zu glauben. Diese beruhen auf der frohen Botschaft von den Menschen, die es erlebt und weiter gegeben haben" bekräftigte er.

Die Osternachtsfeier gestaltete dieses Jahr die Männerschola des Chores. Bereits am Vortag wurde die Karfreitagsliturgie mit deutschen und lateinischen Liedern vom Gesamtchor mit dem Leiter und Kantor Stefan Schäufl gestaltet. Nach gutem Brauch segnete der Geistliche am Ende der Feier die von den Gläubigen mitgebrachten Speisen. Kaufmann bedankte sich bei allen, die sich einbrachten und entließ sie nach gut zwei Stunden mit Osterwünschen. Traditionsgemäß verteilten die Pfarrgemeinderatsmitglieder Osterbrote an die Besucher.
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