Pirkhofer sind als Paten qualifiziert

Nach getaner Arbeit stellten sich Bittsteller und Patenverein zum Erinnerungsbild vorm dem Gerätehaus auf. Bilder: bgl (2)
Vermischtes
Oberviechtach
18.10.2016
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Die Feuerwehr Pullenried (rechts) musste als Bittsteller am Holzscheitl knien, worauf die Pirkhofer Wehr dann die Patenschaft auch annahm.

Mit Eimer und Gummistiefeln musste die Pullenrieder Feuerwehr das Löschwasser für einen lichterloh brennenden Schuppen heranschaffen. Dies war allerdings nur eine Aufgabe beim Patenbitten, wozu die Bittsteller auch Freibier und eine Brotzeit mit nach Pirkhof gebracht hatten.

-Pirkhof. "Feia, Feia, brenna douz" - dieser Ruf, verbunden mit dem Geheul einer Handsirene, ließ die Schaulustigen beim Pirkhofer Feuerwehrhaus zusammenzucken. Aber bald vermischte sich dieses kurze Schreckszenario mit Musik und Jubelrufen der aus Richtung Schieberberg anrückenden uniformierten Besuchergruppe. An der Spitze waren der fahnenschwingende Fähnrich und das Vereinstaferl mit der Aufschrift "Freiwillige Feuerwehr Pullenried" zu erkennen.

In Versform


In Pirkhof wurden die Besucher bereits erwartet, denn die Pullenrieder Feuerwehr feiert vom Freitag 9. Juni, bis Sonntag, 11. Juni 2017, ihr 140-jähriges Gründungsjubiläum mit Fahrzeugsegnung. Zu einer zünftigen Feier braucht man bekanntlich auch Verbündete. Die Schirmherren, Bürgermeister Heinz Weigl und der Unternehmer Rudolf Fuchs haben bereits ihren Beistand zugesagt. Als Patenverein stellten die Pullenrieder ein Bittgesuch an den befreundeten Feuerwehrverein in Pirkhof. Aber bevor es vorgetragen wurde begrüßte Vorsitzender Josef Fuchs die Bittsteller in Versform: "Griaß euch midanand, Bollnerrieder Feierwehrleit, gibt's an Grund, der euch bringt nach Pirkhof heut? Des muas aber wirkle wos graißers sein, seid's ja ogruckt mit Groß und Klein".

Ebenfalls in Gedichtform meldete sich dann der Pullenrieder Feuerwehrvorsitzende Franz Balk zu Wort. Er bat die Nachbarn in Pirkhof eindringlichst darum, die wiederholte Patenschaft einzugehen: "A's 140-Jährige wollen wir nächstes Jahr mit einer Feier halten und alle bei uns freuen sich schon, die Jungen und die Alten. Ihr seid's a lustigs Volk, drum deama's wieder wagen, die Bitt' um Partnerschaft euch hier anzutragen." Des Weiteren bat er, die bestehende Freundschaft im Sinne der nachfolgenden Generationen weiter zu pflegen. Weniger als Bestechung, aber mehr als guten Brauch versprach der Bittsteller anschließend eine gute Brotzeit "für Gurgl und für'n Bauch". Das reichte fürs Erste, aber noch war die Bewährungsprobe auch mit praktischen Aufgaben zu erfüllen.

Kuppeln und knien


Die Alarmsirene lenkte die Blicke auf einen nachgebauten, lichterloh brennenden Schuppen weit ab der Bebauung. So mussten die Wehrmänner in Art einer Leistungsprüfung und mit vereinten Kräften Saugschläuche kuppeln und die Schlauchleitung über weite Wegstrecken aufbauen. Das gelang zwar mustergültig, aber das benötigte Löschwasser fehlte. Dieses musste wie früher mit Eimern und Gummistiefeln herbeigeholt werden. Schließlich kam noch der Befehl zum "Holzscheitl-Knien".

Wie es unter Freunden so üblich ist, fand der gemütliche Teil im eigens errichteten Festzelt statt. Dort wurde ein Fass Bier angezapft, welches den Namen "Freibier" trug. Dazu gab es eine Brotzeit (warmer Leberkäs mit Kartoffelsalat) und bei zünftiger Musik von "Andreas und Felix" zog sich der Abend lange hin.
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