Poetry Slam
Praxistag mit Pauline

"Kunst ist schön, macht aber Arbeit" - frei nach Karl Valentin versuchten sich die Berufsfachschüler als Dichter. Was dabei an Poesie entstand, kann sich hören lassen! Bilder: hfz
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Oberviechtach
26.04.2016
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"Kunst ist schön, macht aber Arbeit" - frei nach Karl Valentin versuchten sich die Berufsfachschüler als Dichter. Was dabei an Poesie entstand, kann sich hören lassen! Bilder: hfz

Jeder kann ein Dichter sein. Man muss sich nur trauen. Das zeigte die Künstlerin Pauline Füg bei ihrem Besuch in einem ganz normalen Klassenzimmer.

Anfang März stellte Pauline Füg den Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse der Fachrichtung " Ernährung und Versorgung" in Oberviechtach in Begleitung von Deutschlehrerin Eva Gibhardt "Poetry-Slam" als eine neue Form des kreativen Schreibens und Präsentierens vor.

Bayernwerk fördert


Dieser Nachmittag im "Dichterwettstreit" war möglich geworden durch die Beteiligung am Projekt "Zeitung macht Schule" und die finanzielle Unterstützung durch das Bayernwerk.

Poetry-Slam setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern poetry ("Dichtung") und slam (etwa: "zuschlagen, zuknallen; jemanden ins Gesicht schlagen"). Poetry-Slam ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem eine Person einen selbst geschriebenen Text dem Publikum vorstellt.

Diese Veranstaltungsform entstand 1986 in Chicago und verbreitete sich in den 1990er Jahren weltweit. Die Anfänge des Poetry-Slam in Deutschland reichen in die Jahre 1993 bis 1995 zurück. Ein Poetry-Slam (sinngemäß: Dichterwettstreit oder Dichterschlacht) ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbst geschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Die Zuhörer küren anschließend den Sieger durch Klatschen oder die Vergabe von Punkten.

Ausschlaggebend ist dabei, dass der Textvortrag durch performative Elemente und die bewusste Selbstinszenierung des Vortragenden ergänzt wird. Die deutschsprachige Slam-Szene gilt nach der englischsprachigen als die zweitgrößte der Welt.

Selbst ans Werk


Zunächst schilderte die "Slammerin" Pauline Füg die Entwicklung des Poetry-Slam und präsentierte Beispiele mit Bildbeiträgen. Anschließend konnten die Schüler sich selbst ausprobieren. Bei ruhiger Musik überlegten sie sich Gedichte, Aufsätze oder kurze Geschichten zum Thema ,,Unterwegs" und schrieben diese auf, um sie dann vorzutragen - gleich der Präsentation bei einer Poetry- Slam-Veranstaltung.

Den Schülern erklärte die Autorin noch, dass das Aufwärmen vor dem Vortrag hilfreich sein kann und die Nervosität geringer werden lässt. Dazu gab es dann einige Übungen. Es machte allen sehr viel Spaß.

Klasse EV 10 der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung in Oberviechtach

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Weitere Informationen:

www. stellwerck.de

www.literaturportal-bayern.de www.paulinefueg.de

Pauline Füg wuchs im Raum Nürnberg auf. Nach ihrem Studium der Psychologie an der Universität Eichstätt zwischen 2003 und 2009 lebt sie in Würzburg und veröffentlicht in Anthologien und Literaturmagazinen.

2007 war sie beste weibliche Bühnenpoetin bei den deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam. 2010 gewann Füg den Förderpreis der Literaturstiftung Bayern und 2011 den Kulturpreis Bayern der Eon Bayern AG.

Im Jahr 2015 erhielt Pauline Füg sowohl den Kulturförderpreis der Stadt Würzburg als auch den Sprachbewahrerpreis der Sprachkultur Mainfranken.

Regeln für SlammerTeilnehmer bei Poetry Slams müssen folgende Regeln einhalten, die auf Marc Smith zurückgehen. Marc Smith stammt aus Chicago und gilt als Mitbegründer der Slam-Szene.

Die Texte müssen selbst geschrieben sein, der Dichter darf keine Requisiten, Kostüme oder Musikinstrumente verwenden. Wenn der Poet das Zeitlimit überschreitet, werden Punkte von seinem Stand abgezogen.

Dabei sind alle literarischen Formen und Genres - beispielsweise Lyrik, Kurzprosa, Rap oder Comedy-Beiträge - möglich.
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