Polizeihauptkommissar Alexander Landgraf informiert über Gefahren im Internet
Trojaner und Viren greifen an

Polizeihauptkommissar Alexander Landgraf wartete beim Frauenbund mit vielen Tipps für das "sichere Internet" auf. Bild: nid
Vermischtes
Oberviechtach
05.03.2016
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"Ich möchte, dass wir uns dienstlich nicht wiedersehen. Das war das Ziel des heutigen Abends." Der ehemalige LKA-Internetfahnder Alexander Landgraf verabschiedete sich mit diesen Worten von seinen Zuhörern im Pfarrheim. Auf Einladung des Katholischen Frauenbund hatte er hier das Thema "Internet" mit seinen Gefahren und Risiken behandelt und gab dabei wertvolle Tipps für sicheres Surfen.

Fremde buchen ab


Der Beamte der Polizeiinspektion Oberviechtach ging in knapp zwei Stunden sehr praxisbezogen auf folgende Themen näher ein: Viren, Trojaner, Soziale Netzwerke, Betrugsdelikte, Onlinebanking und Whats App. Auch Tipps für die Eltern von Jugendlichen hatte er parat. "Es gibt verschiedene Arten von Viren, die ich mir zumeist mit einem geöffneten E-Mail-Anhang auf den Rechner hole", so Landgraf. Die weitaus größere Gefahr stellen aber Trojaner dar, die man sich einfangen kann, wenn man zum Beispiel aktuelle Kinofilme illegal online schauen möchte oder nur beim Surfen. Mit Hilfe der Späh-Software haben Internetkriminelle meist vollen Zugriff auf die betroffenen Geräte und die dort gespeicherten Daten. Die Folge können nicht nur die unfreiwillige Verbreitung persönlicher Bilder und Videos sein, sondern auch Abbuchungen hoher Geldbeträge vom Online-Bankkonto. Der Polizeihauptkommissar wies darauf hin, dass unbedingt ein Virenscanner auf dem Rechner installiert werden muss. Ebenso sollte man die verwendete Software immer auf einem möglichst aktuellen Stand halten.

Momentan gehen sehr viele Anzeigen zum Thema Ransomware (Verschlüsselungstrojaner) ein, wusste er aus der Praxis zu berichten. Der Rechner könne nach diesem Delikt nicht mehr gestartet werden und für die Aufhebung der Verschlüsselung bzw. Freischaltung wird Geld gefordert. Interessant war zu hören, dass derzeit rund 5000 illegale Verschlüsselungen pro Stunde in Deutschland vorkommen. Die Täterermittlung gestaltet sich aufgrund der globalen Vernetzung schwierig.

Sichere Passwörter


"Sichern Sie ihre Daten auf eine externe Festplatte, dann haben Sie zumindest einigermaßen Schutz" war der Tipp des Spezialisten. Zu den Passwörtern gab er den Rat, sich einen Satz zu merken, daraus die Anfangsbuchstaben nehmen und mit Zahlen und Sonderzeichen versehen. "Alles, was ich Ihnen erzählt habe, gilt auch für das Handy", sagte Landgraf. Anschaulich ging er auf die derzeit gängigen Verfahren beim Homebanking ein. Gespannt verfolgten die Anwesenden die Videos und lauschten den zahlreichen realen Fällen.
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