Projektseminar „Gedenkstättenpädagogik“ stellt Arbeit vor
Theresienstadt macht betroffen

Bei der Abschlussveranstaltung im CeBB begrüßte Thomas Richthammer zahlreiche Besucher, darunter auch Mandatsträger und Sponsoren. Bilder: lg (2)
Vermischtes
Oberviechtach
15.01.2016
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Die Seminaristen Laura Zeitler, Sebastian Riedl, Sebastian Häusler und Florian Schmid (von links) informierten über die Festungsanlage Theresienstadt, die bereits im 18. Jahrhundert errichtet wurde.

Die Jugendlichen des Projektseminars scheuten nicht das Spannungsverhältnis, welches ihrem Seminarthema innewohnt. Bei der Abschlussveranstaltung im CeBB vermittelten sie den Besuchern diese Betroffenheit, aber auch die Begeisterung, mit der sie einen Film, eine Handreichung und die Ausstellung erarbeitet hatten.

Es herrschte Betroffenheit in der Gewölbehalle des CeBB, als zu den Klängen von "Viva la Vida" der birtischen Popgruppe "Coldplay" bedrückende Bilder der Gedenkstätte Theresienstadt über den Beamer liefen. Die Schüler des Projektseminars "Gedenkstättenpädagogik" des Ortenburg-Gymnasiums, die am Donnerstagabend ihre Ausstellung in Schönsee eröffneten, thematisierten bewusst dieses Spannungsverhältnis zwischen NS-Lager und musikalischem Optimismus.

Brückenbauer-Preis


Dass das Projektseminar unter der Leitung von Studiendirektor Ulrich Wohlgemuth für seine Abschlussveranstaltung der Projektarbeit verbunden mit einer Ausstellungseröffnung im Centrum Bavaria Bohemia den richtigen Veranstaltungsort gewählt hatte, bestätigte nicht nur der Leiter des CEBB, Hans Eibauer, in seiner Begrüßung. Mit dem Bezug zu Flossenbürg und dessen Außenlagern in Böhmen war ganz ausgeprägt eine "grenzüberschreitende Thematik" gegeben.

Eibauer erinnerte auch an die Verleihung des Brückenbauer-Preises 2015 an das Ortenburg-Gymnasium für dessen 25-jährige Schulpartnerschaft mit der Obchodni-Akademie in Prag. "Mit dem CeBB und dem Ortenburg-Gymnasium sind zwei Institutionen befasst, die dem Landkreis und dem Landrat am Herzen liegen!", konstatierte Landrat Thomas Ebeling in seinem Grußwort. Trotz der Schwere der Thematik hätte das Seminar den Schülern Freude bereitet und er wünschte allen beteiligten Seminaristen "eine Belohnung mit 15 Punkten". Bürgermeisterin Birgit Höcherl bezog sich in ihrem Grußwort ebenfalls auf die ernste Thematik, die dieses Seminar von anderen abhebe.

Oberstudiendirektor Günter Jehl freute sich angesichts der informativen Ausstellung über die Leistungen, die die Schüler unter sachkundiger Anleitung erbracht hatten. Der Schulleiter bezog in sein Lob auch die erarbeitete Handreichung über Theresienstadt und den bereits erwähnten Film von Thomas Richthammer und Christian Rustler ein.

Richthammer informierte die Besucher auch über die Schwerpunkte der Seminararbeit, die mit dem Kontakt zur 84-jährigen Zeitzeugin Helga Feldner aus Wien begann. Sodann informierte Veronika Stahl bei einem Vortrag über Flossenbürg. Unmittelbar vor den Osterferien 2015 kam mit einer dreitägigen Exkursion nach Theresienstadt in Tschechien ein Höhepunkt in der Seminararbeit. Schulartübergreifend war 2015 eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Klasse 8c M der Doktor-Eisenbarth-Schule und den OGO-Partnerschülern von der Ochchodni-Akademie in Flossenbürg. Die Schüler der DESO nahmen ebenfalls zusammen mit Lehrer Alois Köppl und Rektor Rudolf Teplitzky an der Abschlussveranstaltung im CeBB teil.

"Wir fahren nach Theresienstadt" lautet der Titel des erarbeiteten Handout für einen schüleraktivierten Besuch in Tschechien. Der beschwingt wirkende Titel ist nicht gedankenlos gewählt, sondern eine bewusste Anspielung auf die von Hitler betriebene Verschleierung bei diesem Konzentrationslager, das gegenüber dem Roten Kreuz und der Öffentlichkeit für Propaganda genutzt wurde. Für die Juden bedeutete das Lager Schikane und Qual, während die Außenwirkung eine heile Welt vorgaukelte.

Bis Mitte Februar


In ihren Vorträgen vor den jeweiligen Ausstellungswänden gingen sämtliche Schüler des Seminars auf ihre Schwerpunktarbeit ein und stellten die Ergebnisse differenziert vor. Bis Mitte Februar kann die Ausstellung im CeBB besichtigt werden. In seinem Schlusswort bedankte sich Seminarleiter Ulrich Wohlgemuth insbesondere bei den Sponsoren aus der Region, den anwesenden Mandatsträgern, bei den Mitarbeitern des CeBB sowie bei den Schülern für das eigenverantwortliche Arbeiten.
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