Regisseurin und Schauspielerin Mo Asumang stellt ihren Film "Die Arier" vor
Anfeindungen furchtlos getrotzt

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Oberviechtach
14.12.2015
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Zum Tag der Menschenrechte wollte das Ortenburg-Gymnasium seinem Prädikat als "Schule gegen Rassismus" gerecht werden. Die Einladung von Mo Asumang entwickelte sich zu einem hochinteressanten Filmabend für die Erwachsenen und zu einer besonderen Sozialkundestunde für die Schüler.

Wenn zu einem so spektakulären Film wie "Die Arier" die Regisseurin selbst kommt, dann ist das ein Erlebnis für alle Zuschauer. Oberstudienrat Stephan Sturm holte in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Sozialkunde Mo Asumang ans Ortenburg-Gymnasium und zeigte den aufrüttelnden Film "Die Arier", der die Schüler bewegte und für Gesprächsstoff sorgte.

Die Produktion lief bereits auf Arte und beim "Kleinen Fernsehspiel" des ZDF. In diesem Film begab sich die Tochter eines Ghanaers und einer Deutschen auf die Suche nach den Ariern und machte hierbei Bekanntschaft mit Rechtsextremen verschiedener Nationalitäten, beispielsweise auch mit Mitgliedern des Ku-Klux-Klan in den USA, aber auch mit Neonazis besonders in Ostdeutschland.

Mit Haltung verunsichert


Ihre jüdische Freundin konnte nicht verstehen, dass Mo auf diese Leute zugeht. Der Auslöser für ihren Film war aber ein Lied der rechtsextremen Berliner Band White Aryan Rebels, in dem sie mit dem Tod bedroht wird: "Die Kugel ist für dich, Mo Asumang".

In Wismar suchte sie beispielsweise mutig den Kontakt mit Neonazis und verunsicherte sie mit dieser Haltung. Sie analysierte das Programm der NPD, vor allem im Punkt der "Ausländerrückführung". Auf der Wartburg interviewte sie junge und alte Mitglieder rechtsorientierter Burschenschaften und zeigt sich betroffen über die "Haltung von Menschen, die großen Einfluss in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in Deutschland haben". Tom Metzger, der in den USA rassistische Theorien in den Medien vertritt und damit "viel Geld verdient", umarmt die schwarze Regisseurin sogar und hofft dann, dass keiner seiner Anhänger den Film sieht.

Die Schüler am OGO wunderten sich im Gespräch nach der Filmvorführung über die Gelassenheit der Regisseurin, der bei den Dokumentaraufnahmen immer wieder Hass entgegensprang. Aber indem sie sich den Anfeindungen aussetzte, konnte sie zeigen, "wie diese Menschen funktionieren", so ihre Erklärung.

Pseudo-Lehre widerlegt


Die Arier fand sie übrigens in Persien. Dort sind sie ursprünglich beheimatet und haben ganz und gar nichts mit blonden und blauäugigen Menschen zu tun, wie es die pseudowissenschaftliche nationalsozialistische Rassenlehre vertrat, deren Ausprägung und Ursprünge im Film ebenfalls vorgestellt werden.

Zur Person: Mo AsumangDie 1963 in Kassel geborene Schauspielerin und Regisseurin machte am dortigen Goethe-Gymnasium ihr Abitur und studierte ab 1985 Visuelle Kommunikation und Klassischen Gesang in Kassel und Berlin. Seit 1994 arbeitet sie als Sprecherin, Moderatorin, Sängerin und Schauspielerin bei verschiedenen Fernsehsendern. So moderierte sie bei Pro Sieben jahrelang die Sendung "Liebe Sünde" und spielte in Roman Polanskis Film "Der Ghostwriter" (2010) die Rolle der US-Außenministerin Condoleezza Rice. "Die Leute in den Babelsberg-Filmstudios erstarrten, als ich am Set auftrat", erinnert sie sich. Die Ähnlichkeit mit Condoleezza Rice war frappierend. (lg)
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