Seit fast 40 Jahren pflegen die Städte Oberviechtach und Hannoversch Münden enge Verbindungen
Doktor Eisenbarth steht Pate

Es war ein bedeutsamer und feierlicher Augenblick, als (von links) Stadtdirektor Karl Wilhelm Lange, Oberviechtachs Bürgermeister Josef Spichtinger und sein Amtskollege Albert Fiege am 22. Oktober 1978 die Patenschaftsurkunde unterzeichneten. Bild: Stadtarchiv Oberviechtach (hfz)
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Oberviechtach
12.12.2015
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In der Oberpfalz wurde er geboren, in Niedersachsen starb er: Doktor Johann Andreas Eisenbarth hat sich sowohl in Oberviechtach als auch in Hannoversch Münden in die Geschichtsbücher eingetragen. Seit fast 40 Jahren besteht zwischen beiden Städten eine offizielle Patenschaft.

Das Knüpfen am gemeinsamen Freundschaftsband hatte aber schon viel früher begonnen: Bereits auf das Jahr 1961 datieren die ersten Kontakte zurück. Damals waren zum Oberviechtacher Heimatfest auch Gäste aus Hannoversch Münden angereist.

Das Bindeglied zwischen beiden Orten ist der Wanderarzt, Bruch- und Steinschneider Johann Andreas Eisenbarth: Dieser kam in Oberviechtach am 27. März 1663 auf die Welt, in Münden starb er am 11. November 1727. Auch durch intensive Forschungsarbeiten über sein Leben und seine Heilmethoden - in Oberviechtach machte sich hier der Doktor-Eisenbarth-Arbeitskreis einen Namen - kamen sich Oberpfälzer und Niedersachsen näher.

Kontakte offiziell besiegelt


Zum Abschluss eines 1978 ausgerufenen "Eisenbarth-Jahres" wurde die Städte-Freundschaft offiziell besiegelt. Als krönendes Finale eines Fest-Wochenendes wurden am 22. Oktober 1978 die Patenschaftsurkunden unterzeichnet und ausgetauscht. Für Oberviechtach unterschrieb der damalige Bürgermeister Josef Spichtinger, auf der Seite von Hannoversch Münden besiegelten Bürgermeister Albert Fiege und Stadtdirektor Karl Wilhelm Lange die Verbindung. Auch die Ministerpräsidenten Dr. Alfons Goppel und Dr. Ernst Albrecht beurkundeten das Dokument. In der Urkunde ist unter anderem die Verpflichtung beider Orte festgehalten, das Andenken an den berühmten Sohn gemeinsam zu erhalten.

Viele gegenseitige Besuche und Aktionen vertieften im Laufe der Zeit die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Städten und Vereinen und auch auf privater Ebene. Da dampfte ein Sonderzug mit dem Namen "Eisenbarth-Express" hin und her, Fest-Teilnahmen standen auf der Tagesordnung und auch im politischen und sportlichen Bereich fanden Begegnungen statt. Zum 25-jährigen Bestehen der Patenschaft 2003 erneuerten die Bürgermeister Wilfried Neuber (Oberviechtach) und Klaus Burhenne (Hann. Münden) am 20. Juni das Abkommen.

Besuch bei "Bayernmarkt"


Neubers Nachfolger Heinz Weigl empfing im Juni 2009 eine weitere Delegation aus Niedersachsen, als der 30. Jahrestag der Patenschaft begangen wurde. Im gleichen Jahr benannten die Mündener ihren Bauernmarkt im September zu einem "Bayernmarkt" um und freuten sich über den Gegenbesuch der Fichtenstädter.

Eine weitere Bühne für das Miteinander bieten die Eisenbarth-Festspiele an beiden Orten. So fungierte Hann. Mündens Bürgermeister Burhenne 2003 als Schirmherr über das Oberviechtacher Stück, während die Theatergruppe aus Münden im Jahr 2014 in der Oberpfalz eine szenische Kostprobe ihrer Inszenierung "What a man" darbieten durfte.
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