Sieben Argumente für den Zwischenbau

Vermischtes
Oberviechtach
26.09.2016
33
0

Ein möglicher Verbindungsbau vom Museum zum geplanten Stadtarchiv beschäftigte in der Vorwoche den Stadtrat. Der Museumsverein nennt sieben Gründe, die für den Bau sprechen.

In unserer Ausgabe vom 23. September berichteten wir über einen Dringlichkeitsantrag im Stadtrat unter dem Titel "Förderkulisse noch unklar" und "Ein Bürgerentscheid?". Nun meldet sich der Vorsitzende des Museumsvereins, Altbürgermeister Wilfried Neuber, zum gewünschten Verbindungsbau zwischen Museum und Stadtarchiv zu Wort.

"Der Museumsverein begrüßt die Entscheidung des Stadtrats, den Zwischenbau mit zu planen und zeitgerecht die Förderanträge zu stellen. Erst wenn die genauen Kosten bekannt sind, können diese Förderanträge gestellt und erst dann kann nach gründlicher und sachlicher Abwägung auch endgültig entschieden werden", schreibt Neuber in einer Presseerklärung. Anders als der Bürgermeister, welcher der Maßnahme von Anfang an negativ gegenübergestanden sei, vertrete der Verein die Meinung, dass sich mit dem Zwischenbau ein erheblicher Mehrgewinn für das Museum ergeben würde. Dies beträfe konzeptionelle und organisatorische Möglichkeiten.

Sieben Punkte


So wäre eine räumliche Verzahnung der Abteilungen im Museum (Stadtgeschichte, Eisenbarth, Dr. Schwarz, Handwerk und Hausnamen, Gold) mit dem Stadtarchiv (inklusive Schwarz- und Eisenbarth-Archiv) sowohl für ehrenamtliche Mitarbeiter als auch für Studenten und sonstige Interessierte von großem Vorteil. Im Museum gibt es weder einen Aufzug noch ein Behinderten-WC. Beides wird im Stadtarchiv vorhanden sein und wäre vom Museum aus durch den Zwischenbau "trockenen Fußes" erreichbar.

"Für das Museumsdepot im Nachbarhaus ergäbe sich durch den neuen Aufzug und den Zwischenbau eine erhebliche Erleichterung des Transports von Stellwänden, Vitrinen und Museumsobjekte aus dem Depot", führt Neuber an. Er verweist darauf, dass der Zwischenbau zusätzlich für Wechselausstellungen genutzt werden könnte. Ein Teil des Depots könnte als Schau-Depot gestaltet werden, damit würden zusätzliche museale Ausstellungsflächen entstehen.

"Der breite Zwischenbau wäre auch ein großer Gewinn für unsere vielfältigen Veranstaltungen, weil durch den Raumgewinn die Bewirtung der Gäste wesentlich erleichtert würde", betont Neuber und verweist darauf, dass der Veranstaltungsraum auch von anderen Vereinen (Frauenbund, Freunde der Kunst, Heimatkundlicher Arbeitskreis) genutzt wird. Durch die Verzahnung von Stadtarchiv und Museum seien personelle Synergie-Effekte denkbar.

"Die wichtigsten Gründe bleiben aber nach wie vor die Barrierefreiheit und die Inklusion", schreibt der Vorsitzende. Dabei geht es nicht nur allein um Rollstuhlfahrer, sondern ganz allgemein um gehbehinderte Mitbürger, die die vielfältigen Veranstaltungen im Museum besuchen möchten. Jede Maßnahme zur Beseitigung oder zur Reduzierung vorhandener Barrieren diene der Servicequalität der Einrichtung und der gesellschaftlichen Akzeptanz. "Wir hoffen auf ein klares Bekenntnis zu mehr Barrierefreiheit im Museum und damit zum Verbindungsbau, denn in der heutigen Zeit ist dies eines der Kernanliegen und Wesensmerkmale eines behindertenfreundlichen Gemeinwesens", bekräftigt Wilfried Neuber. Der Museumsverein sei der Meinung, dass es eine Pflichtaufgabe der Stadt sein müsste, eine in ihrem Besitz befindliche kulturelle Einrichtung - die seit 49 Jahren ehrenamtlich betreut werde - so auszustatten, dass sie optimal zum Wohle der Bürger, als Aushängeschild der Stadt und als Investition in die Zukunft genutzt werden könne.

Verein hält Zusage


"Jeder Euro ist hier mehr als sinnvoll investiert, zumal die Museumsmitarbeiter eine Reihe von Konzepten in Planung haben, die das Niveau und die Resonanz erheblich steigern würden, aber nur mit dem Zwischenbau verwirklicht werden können", führt Neuber an. Er bekräftigt abschließend: "Der Museumsverein wird seine Zusage einhalten und den Großteil des Vereinsvermögens für den Zwischenbau zur Verfügung stellen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.