Stadtrat stellt Weichen für "Schießanger"
Baugebiet „aus einem Guss“

Am ehemaligen "Müller-Gelände" soll ein kleines, schmuckes Baugebiet entstehen. Damit der Bebauungsplan "Schießanger" im Juni rechtskräftig werden kann, gab es im Stadtrat einige Beschlüsse zu fassen. Bild: Portner
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Oberviechtach
21.04.2016
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"Leben an der Alten Weberei" titelt die Tafel des Bauträgers im neuen Baugebiet "Schießanger". Das Eingangstor zur Eisenbarth-Stadt soll schon bald mit moderner Architektur und barrierefreien Wohnungen punkten. Die Stadträte machten den Weg frei.

Bürgermeister Heinz Weigl eröffnete die Stadtratssitzung am Dienstagabend mit Ausführungen zum Vandalismus an der Wohlfühlstation am Radweg in den Siechenwiesen. Dort hatte der Bauausschuss am Nachmittag einen Ortstermin wahrgenommen (ausführlicher Bericht folgt).

Bereich abgekoppelt


Die Tagesordnung startete mit sechs Punkten zum Bebauungsplan "Schießanger". Hier lag der Vorentwurf mit Teiländerung Bebauungsplan "Am Bahnhof und Am Schießanger" vor. "Wir müssen heute die Weichen stellen, damit wir im Juni das Aufstellungsverfahren abschließen können und dann Baurecht haben", sagte Amtsrat Peter Spichtinger, als er den aktuellen Sachstand vorstellte. Stadtplaner Jochen Baur aus München und die Planer des Bauträgers hätten den Entwurf gemeinsam abgestimmt.

Die Stadträte stimmten einstimmig für die Änderung des Geltungsbereichs, der vom Aufstellungsbeschluss am 21. Juli 2015 abweicht. Um das Wohngebiet nicht zu verzögern, wurde der Bereich des Discounters Lidl vom ursprünglichen Geltungsbereich abgekoppelt. "Bleibt es dabei, dass Lidl auf die Nachtanlieferung verzichtet?", fragte Stadtrat Christian Schneider nach. Wie Spichtinger ausführte, werde die Logistik dafür umgestellt. "Wir werden ganz genau darauf schauen", betonte der Bürgermeister dazu. Bei der Billigung des Bebauungsplan-Entwurfs gab es eine Gegenstimme von Stefan Schwander, nachdem nur Satteldach und Flachdach zugelassen werden. Laut Schwander gäbe es Interessenten auch für eine Walmdach-Ausführung. "Der Bauträger gestaltet das Areal aus einem Guss. Es soll etwas Schönes entstehen, was dem Eingangstor der Stadt würdig ist", meinte Bauamts-Chef Spichtinger und Bürgermeister Heinz Weigl ergänzte: "Wir sollten uns als Stadträte nicht in die Arbeit der Planer einmischen."

Wie Spichtinger bemerkte, biete das neue Baugebiet am Schützenhaus (Sandradl II) viele Freiheiten. Dort seien alle Dachformen möglich und nur die Geschosshöhen begrenzt. Im "Schießanger" dagegen soll das Baugebiet für sich wirken und sich auch von der Umgebung abheben. Die Beschlussfassung über ein beschleunigtes Verfahren war danach wieder einstimmig, ebenso zur öffentlichen Auslegung.

Baurecht ab 15. Juni


Spichtinger gab den Zeitplan für das Bebauungsplan-Aufstellungsverfahren bekannt. So ist die Auslegungsfrist vom 28. April bis 30. Mai 2016 festgesetzt. In der Stadtratssitzung am 14. Juni erfolgt die Behandlung der Stellungnahmen mit Satzungsbeschluss, so dass der Bebauungsplan voraussichtlich am 15. Juni rechtskräftig werden kann und ab diesen Tag dann das Baurecht existiert. Schnell abgehandelt war der nächste Tagesordnungspunkt zur 14. Änderung des Flächennutzungsplans. Die Darstellung der Grundstücke im Bereich der Flurnummern 821/2, 821/3 und 821/4 wird in ein Sondergebiet (SO) "Einzelhandel" abgeändert.

Wie Peter Spichtinger informierte, liege von Lidl ein neues Konzept für einen großflächigen Einkaufsmarkt vor, der mehr als 1200 Quadratmeter an Geschossfläche aufweist. Auf Nachfrage von Christian Schneider erklärte er, dass die gestiegene Geschossfläche ein Sondergebiet notwendig mache: "Die Behörden prüfen bei einem größeren Markt viel genauer, welche Auswirkungen dieser auf die Umgebung hat."
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