Stadtrat überlegt anderen Standort für "Wohlfühlstation"
Vandalen das Handwerk legen

Zwar nicht auf einer Wolke, aber auf der Wiese können Verstorbene in Oberviechtach künftige ihre letzte Ruhe finden. Der Stadtrat sprach sich einstimmig für 16 Natur-Urnengräber aus, die rund um einen Baum angeordnet werden. Auch der Beschluss für die einheitlichen kleinen Steinplatten ist gefasst. Bild: Portner
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Oberviechtach
21.04.2016
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Der Bauausschuss machte Station beim Radltreff in den Siechenwiesen. Nachdem die "Wohlfühl-Oase" seit Jahren verwüstet wird, soll der Pavillon in Holz-Stahl-Konstruktion abgebaut und in Richtung Nunzenrieder Straße versetzt werden. Die Rutsche bleibt dabei aber auf der Strecke, denn der Pavillon wird auf eine Bodenplatte montiert. Bild: weu

Radler, die an der "Wohlfühl-Station" am Bayerisch-böhmischen Radweg in den Siechenwiesen eine Pause einlegen, haben wenig Grund zur Freude. Bürgermeister Heinz Weigl hat nun eine Idee, wie den Schmutzfinken ihr Handwerk gelegt werden kann. In der Sitzung ging es aber auch um die "letzte Ruhe".

Kneippanlage, Spielgeräte und ein überdachter Info-Pavillon. Im Frühjahr 2008 entstand in den Siechenwiesen ein Naherholungsgebiet mit hoher Förderung aus dem europäischen Leader-Plus-Programm. Auch Radfahrer auf dem Freundschaftsweg sollten künftig Oberviechtach als Raststation auswählen.

Gut einsehbar


Das Angebot für eine ausgedehnte Pause vom Sattel zu steigen, nimmt heute niemand gerne an. Denn Schmutzfinken und Vandalen treiben ihr Unwesen; der Bauhof musste bereits die mutwillig zerstörte Wippe und Schaukel abbauen. Als der Bauausschuss am Dienstagnachmittag zur Ortsbesichtigung unterwegs war, kamen die Räte auch an der "Wohlfühl-Station" vorbei, wo eine besondere Überraschung auf sie wartete (siehe Kasten).

Bei der Stadtratssitzung am Abend informierte Bürgermeister Heinz Weigl über die Idee, die Station abzubauen und zu versetzen. Der Bauausschuss hatte dazu bereits die Grünfläche an der Ecke Nunzenrieder Straße/Ziegelanger besichtigt. Diese liegt quer am Radweg und ist von allen Seiten gut einzusehen. Ob der komplette Pavillon, oder nur der Teil mit den Infotafeln Platz hat, werde noch geklärt. "Wir müssen handeln. Es schaut dort schon länger so aus", betonte Weigl. Im weiteren Verlauf der Sitzung ging es um Natur-Urnengräber im Friedhof. "Nachdem Urnenstelen von den Kirchen nicht so gerne gesehen werden, gibt es jetzt einen Vorschlag für eine alternative Bestattungsart unter Bäumen", führte der Bürgermeister aus. Dabei werde eine verrottbare Urne in den Erdboden eingelassen und mit einer kleinen Grab-Inschriftplatte (30 auf 40 Zentimeter) abgedeckt. Die Wiese kann wie bisher gemäht werden.

Für zwei Urnen


"Wir freuen uns, dass jetzt Urnengräber angelegt werden, was wir schon lange fordern", sagte CSU/CWG-Aktive-Fraktionssprecher Stefan Schwander. Auch er findet die neue Variante schöner. Die zwei Beschlüsse (Art der Platte und Liegefläche für zwei Personen) erfolgten einstimmig.

Keine Gegenstimme gab es auch für den Beschluss zur Leerstandsoffensive, die Wohnungsreserven für die dauerhafte Unterbringung anerkannter Flüchtlinge im Brückenland Bayern Böhmen reaktivieren möchte. Wie der Bürgermeister und die Fraktionssprecher betonten, gehe es nicht vordergründig um Flüchtlinge, sondern in Oberviechtach eher um den sozialen Wohnungsbau.

Bauausschuss findet brennenden Mülleimer vorDie gut gemeinte Idee der "Radl- und Wohlfühlstation" in den Siechenwiesen ist durch ständigen Vandalismus kaputtgemacht.

Verbogene Geländer, beschmierte Hinweisschilder, zerstörte Spielgeräte sowie Scherben im Wasser und unmäßiger Unrat verschandeln die von Urlaubern und Einheimischen gern besuchte Einrichtung. Selbst als der Bauausschuss die Station am Dienstagnachmittag besichtigte, brannte der wahrscheinlich kurz vorher angezündete Mülleimer lichterloh, und der Abfall war in alle Richtungen verstreut.

Bürgermeister und Stadträte müssen deshalb reagieren und Überlegungen anstellen, den Paviollon an eine Stelle zu bringen, die gut einzusehen ist und überwacht werden kann. (weu)
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