Theodora Schwärzler zeigt Klosterarbeiten im Museum
Glitzerwelt in zarter Schale

Theodora Schwärzler hat fürs Museum ihre Schatztruhe ausgepackt: Zarte Eier von Zwerghuhn Strauß oder Schwan, umgeben von Goldbordüre und Perlenblüten. Bilder: bgl (4)
Vermischtes
Oberviechtach
24.03.2016
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Behaglich wie ein Nest, prächtig wie ein Palast und mittendrin ein Wachsfigürchen. Vornehmlich in Frauenklöstern sind solche Ostereier entstanden, die in einer Sonderausstellung des Oberviechtacher Stadtmuseums bezaubern.

Klosterarbeit ist eine Volkskunst, die im Mittelalter entstanden ist. Der Beiname "Kloster" deutet darauf hin, dass dieses Kunsthandwerk in Verbindung mit Reliquien-Verzierungen in Klöstern, vornehmlich Frauenklöstern zu Hause war.

Mehr und mehr verlagerten sich solche Fertigkeiten auch in Bauernhäuser, wo in den Wintermonaten Zeit dafür war. Braut- und Trachtenschmuck wurde angefertigt, Heiligenfiguren und sonstige Gegenstände wurden verziert. Seit Jahren schon befasst sich Theodora Schwärzler aus Oberviechtach mit dieser filigranen Kunst. Die ehemalige Lehrerin ist vielen bekannt durch ihre Liebe zu Gesang und Musik. Aber anders als bei der Leitung einer Chorgemeinschaft mit zahlreichen Mitwirkenden ist hier bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden Fingerfertigkeit im herkömmlichen Sinn gefragt, wenn es um den Umgang mit edlen Werkstoffen geht.

Kleben und schnitzen


Immer wenn Theodora Schwärzler ein paar Minuten Zeit hat und Lust dazu verspürt, dann setzt sie sich an ihren Arbeitstisch und bandelt und klebt oder schnitzt kleine Wachsfigürchen. Und immer wieder wandert ein Stück mehr in die Kiste ihrer kleinen Kostbarkeiten.

Beim Kunsthandwerkermarkt im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum in Oberviechtach öffnete sie ihre Schatztruhe und stellte einen kleinen Teil davon in einer Glasvitrine zur Schau. An ihrem Arbeitstisch nebenan konnte man sich erste Grundkenntnisse in dieser Klosterarbeit aneignen.

Hinter der Glasscheibe der Ausstellungsvitrine glitzert die in Gold und Silber verzierte Vielfalt fertiger kleiner Kunstwerke, von denen jedes Einzelne als Unikat einzustufen ist. Die Künstlerin lieferte Erläuterungen. Das eine ist ein Gebets-Ei, das andere ein Straußen-Ei mit Jesulein unter dem Baldachin. Ein drittes Exemplar, ebenfalls ein Straußen-Ei, zeigt das Abendmahl.

Perlen fürs Schwanen-Ei


Dann verweist die Künstlerin auf ein mit Maiglöckchen und weißen Staubperlen verziertes Schwanen-Ei. Gleich daneben wartet ein niedliches Zwerghuhn-Ei mit einem Lämmchen im Innern. Das Emu-Ei fungiert quasi als prächtige Garage für eine Hochzeitskutsche, üppig dekoriert mit Blütengebinden aufwendigen "Seelchen"-Girlanden und echten Swarovski-Tropfen.

Diese Sonderausstellung ist auch an den Osterfeiertagen von 14 bis 17 Uhr und allen sonstigen Museumsöffnungszeiten bis zum 1. Mai zugänglich.
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