Verbindungen zwischen Oberviechtach und Sulzbach-Rosenberg
Brücken auf vielen Ebenen

Dr. Markus Lommer, Stadtheimatpfleger in Sulzbach-Rosenberg, veranschaulichte eine Vielzahl an Verbindungen mit Oberviechtach, die von der pharmazeutischen bis zur persönlichen Ebene reichten.
Vermischtes
Oberviechtach
23.10.2016
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Auch ein Stück Pharmaziegeschichte: Diese Apotheker-Utensilien aus dem Oberviechtacher Stadtmuseum sollen einen Eindruck vermitteln von der Tätigkeit Johann Andreas Eisenbarths als Arzneimittel-Hersteller und Händler. Bilder: bgl (2)

Bis ins 11. Jahrhundert reichen die Verbindungen zwischen den Städten Oberviechtach und Sulzbach-Rosenberg zurück. Historische und persönliche Parallelen zeigte der Sulzbacher Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer bei einem Vortrag auf.

/Sulzbach-Rosenberg. Zum Thema "500 Jahre Oberpfälzer Pharmaziegeschichte - Hofapotheke Sulzbach-Rosenberg" trug Dr. Markus Lommer seine Recherchen dem interessierten Publikum im Kulturzentrum in der ehemaligen Marktmühle vor. Seine Aufzählung der Verbindungslinien zwischen Sulzbach und Oberviechtach begann bereits im 11./12.Jahrhundert mit den Ministerialen der Sulzbacher Grafen auf Burg Murach.

Gelehrter zu Eisenbarths Zeit


Im 17. Jahrhundert, um die Zeit des Doktor Eisenbarth, war am Sulzbacher Hof von Herzog Christian August mit dem Dichter, Hofkanzler und späteren Kanzleidirektor Christian Knorr von Rosenroth (1636 bis 1689) ein Universalgelehrter angesiedelt. Dieser hatte nicht nur engen Kontakt zu Geistesgrößen in ganz Europa, sondern es lagerten auch wichtige Medizinbücher am Hof. Daher entwickelte sich ein wissenschaftliches und geistiges Zentrum von überregionaler Bedeutung. Erst im Oktober vergangenen Jahres wurde in Sulzbach-Rosenberg das Museum "Alte Hofapotheke Sulzbach" eröffnet. In diesem Zusammenhang bedankte sich Lommer, dass als "Stargast" beim Festakt auch der Oberviechtacher Doktor Eisenbarth, dargestellt von Schreinermeister Hubert Bauer, dabei war. Mit prachtvoller Garderobe war er bei der Eröffnungsfeier besonders aufgefallen.

Aber auch Verbindungen familiärer Art hatten sich im Laufe der Zeit entwickelt. Alois Lommer aus Amberg, der Großvater des Stadtheimatpflegers, hatte im Jahr 1918 die traditionsreiche "Schießl'sche Hofapotheke" erworben. Sie wurde Ende 1992 geschlossen und nun als Museum wieder eröffnet. Markus Lommers Mutter Maria stammte gar aus der Region Oberviechtach, als eine geborene Markl stand ihre Wiege in der ehemaligen "Steinschleif" im Schwarzachtal nahe dem Markt Winklarn. Sein Vater Lothar Lommer war 1954 kurze Zeit in der ehemaligen Stadtapotheke in Oberviechtach beschäftigt.

Auch auf persönlicher Ebene


Als Verbindung auf der persönlichen Ebene wurde Regierungs-Oberamtsrat Klaus Wagner (Sulzbach-Rosenberg) genannt, der von 1985 bis 2000 die Standort-Verwaltung bei der Grenzland-Kaserne in Oberviechtach leitete. Ein weiterer Kontakt bestand mit Pfarrer Konrad Schießl, der vor seiner Pfarrstelle in Püchersreuth von 1980 bis 1982 als Kaplan in der Pfarrei Sankt Marien in Sulzbach-Rosenberg tätig war. Eine zusätzliche Verbindung besteht mit dem Chef der Druckerei Forstner Martin Schnupfhagen, der seit 2010 die Druckerei in Oberviechtach leitet und gleichsam als "Co-Piloten" seiner Druckerei den Sulzbacher Schriftsetzer Stefan Bernt beschäftigt.

Der ReferentMarkus Lommer wurde 1966 in Sulzbach-Rosenberg geboren und ist in einem der alten Bürgerhäuser im Herzen der historischen Altstadt von Sulzbach aufgewachsen. Nach dem Studium der Theologie und der Promotion im Fach Kirchengeschichte sowie 17 Jahren Einsatz in der Pfarrseelsorge und im Religionsunterricht, arbeitet er derzeit als katholischer Hochschulseelsorger an der OTH Amberg-Weiden. Seit 2013 ist er zudem Archivpfleger für den nördlichen Teil des Landkreises Amberg-Sulzbach. (bgl)
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