Viel Herzblut für Dramaturgie

Immer mittendrin im Geschehen: Zur Inszenierung um das Leben und Wirken des Wanderarztes Johann Andreas Eisenbarth ist es Michael Eckl (Dritter von links) stets gelungen, aus den Mitwirkenden ein Ensemble zu formen.
Vermischtes
Oberviechtach
03.09.2016
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Festspiel-Regisseur Michael Eckl (rechts) freut sich über die Auszeichnung mit der Ehrennadel der Stadt. Bürgermeister Heinz Weigl lobte den ehrenamtlichen Einsatz über viele Jahre hinweg. Bilder: zim (2)

Zuerst war es die Rolle des Obristen von Grävenitz, die Michael Eckl für das Doktor-Eisenbarth-Festspiel begeisterte. Doch schon bald verlagerte er sein Engagement hinter die Kulissen. Dafür gab es nun die Ehrennadel der Stadt.

War Michael Eckl in den Anfangszeiten des Doktor-Eisenbarth-Festspiels noch auf der Bühne in der Rolle des Obristen von Grävenitz zu erleben, ist er seit einigen Jahren für die Zuschauer nicht mehr zu sehen. Von Beginn an jedoch wirkte Michael Eckl maßgeblich beim Oberviechtacher Barockspektakel mit. Sein Engagement hat sich dabei nicht einfach nur hinter die Kulissen verlagert, sondern über viele Jahre erheblich gesteigert.

Neue Handlungsstränge


Bereits die erste Fassung des Festspiels um das Leben und Wirken der wohl berühmtesten historischen Persönlichkeit von Oberviechtach hat Eckl mit wertvollen dramaturgischen Elementen bereichert. So wurden unter anderem von ihm klassische Elemente für ein unterhaltsames, klassisches Bühnenstück geschaffen. Dazu gehört beispielsweise die Rolle des studierten Arztes Doktor Michael von Schmalkald als erbitterter Widersacher des gelernten und hochbegabten Okulisten, Bruch- und Steinschneiders. Seinem beträchtlichen Engagement als Bearbeiter des Textbuches ist es auch zu verdanken, dass die Zuschauer jedes Jahr einige Neuerungen erleben durften und das Stück damit 14 Jahre erfolgreich inszeniert werden konnte. Besonders wertvoll war auch seine überaus loyale und zuverlässige Mitwirkung als Regieassistent, ehe er im Jahr 2008 das verantwortungsvolle Ruder als Regisseur übernahm. Seit dieser Zeit hat er in enger Zusammenarbeit mit der Festspielleitung stets verlässlich Probentermine koordiniert und unermüdlich an einer Weiterentwicklung des Stückes gearbeitet.

Zahlreiche Elemente der jährlichen Inszenierungen gehen auf seinen Einfallsreichtum und sein kreatives Schaffen zurück. Dazu gehören nicht nur choreografische Elemente oder die Integration neuer Schauspieler sondern auch wesentliche Aufwertungen durch verschiedene Effekte und einen sukzessiven Ausbau der umfangreichen professionellen technischen Ausstattung. Auch die nicht immer leichte Herausforderung der Komplettierung des Ensembles durch Neu- oder Umbesetzungen konnte Eckl stets meistern und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Schauspieler mit ihren Rollen identifizieren und diese so überzeugend verkörpern konnten. All die vielfältigen und umfangreichen Aufgaben wurden in ehrenamtlichem Engagement erbracht, was für die Festspielstadt als Veranstalter einen unschätzbaren Beitrag bedeutet.

Weil der Wert all dieser Leistungen finanziell gar nicht aufzuwiegen ist, wurde dem Regisseur kürzlich eine besondere Anerkennung durch Bürgermeister Heinz Weigl zuteil. Für das Oberviechtacher Stadtoberhaupt war es eine Freude und Ehre, mit Michael Eckl eine Person auszuzeichnen, die außergewöhnlich viel für die Heimatstadt leistet.

Im Beisein des Vorsitzenden Dr. Reiner Reisinger und Festspielleiters Martin Zimmermann überreichte Weigl deshalb die Ehrennadel der Stadt. Es sei an der Zeit, so der Bürgermeister, dieses herausragende ehrenamtliche Engagement zu würdigen und damit eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Besonders betont wurde, dass eine entsprechende Ehrung selten und daher von besonderem Wert sei. Trotz umfangreicher beruflicher Verpflichtungen sei es immens, was Eckl leiste und überaus beeindruckend, wie er das Amt als Regisseur nicht nur voll erfülle sondern sich mit ganzem Herzblut für das Oberviechtacher Festspiel einbringe.

Grundlage für Zukunft


Allein in diesem Jahr hat Michael Eckl zusammen mit Dr. Florian Waldherr das Konzept für die Neuinszenierung "Eisenbarth erleben" mit einem komplett neu erstellten Textbuch umgesetzt. Nicht zuletzt wurde damit eine Grundlage geschaffen, dass man auch künftig mit dem Festspiel auf einem guten Weg ist. Die positiven Rückmeldungen in der Saison 2016 seien sicher ein Ansporn für alle Mitwirkenden. Zusammen mit Urkunde und Ehrennadel überreichte Heinz Weigl ein neues Eisenbarth-Buch, das Michael Eckl sicherlich als Inspiration für künftige Bearbeitungen des Stückes dienen werde.
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