Volkstrauertag ist aktueller denn je - Soldaten legen vier Kränze am Ehrenmal in Oberviechtach ...
Sehnsucht nach Frieden

Vermischtes
Oberviechtach
15.11.2016
25
0

Angeführt von der Stadtkapelle zogen Vereine, Fahnenabordnungen, Bürgermeister und Stadtrat sowie ein Ehrenzug der Bundeswehr zum ökumenischen Gottesdienst in die Stadtpfarrkirche.

Pfarrer Norbert Schlinke erinnerte an die Toten, Misshandelten, Gedemütigten und Flüchtenden der beiden Weltkriege. Inzwischen stünden neue Namen an den Erinnerungstafeln, durch immer neue Kriegsschauplätze. "Das Wort Frieden hört man selten", lautete seine Aussage. An den Anfang seiner Predigt stellte Dekan Alfons Kaufmann das Zitat: "Weil die Toten schweigen, beginnt alles wieder von vorne." Wenn sie schreien würden, würden sie flehen: "Hört auf mit Krieg, Hass und Gewalt."

Deshalb sei es am Volkstrauertag wichtig, der Millionen Menschen zu gedenken, die auf dem Schlachtfeld, im Konzentrationslager oder in Gefangenschaft umgekommen sind, um ihnen so eine Stimme zu geben und zu Frieden und Versöhnung zu mahnen. "Frieden und Freiheit zu fördern, ist heute wichtiger denn je", schloss er. Mit kräftigen Klängen umrahmte der Posaunenchor der evangelischen Kirche den Gottesdienst. Anschließend führte ein Ehrenzug mit Fackeln, Trommelbegleitung und dezenter musikalischer Begleitung durch Stadtkapelle und Kolping-Spielmannszug zum Heldenhain in der Allee. Kommandeur, Oberstleutnant Christoph Huber erinnerte an die Soldaten und Zivilpersonen, die im Zuge der beiden Weltkriegen ihr Leben verloren haben. Er gedachte auch derer, die getötet wurden, weil sie als nicht lebenswert bezeichnet wurden.

Der Kommandeur schloss auch die gefallenen Soldaten der letzten Einsätze ein. Am Volkstrauertag komme zum Ausdruck, dass Menschen und Völker in einer tiefen Sehnsucht nach Frieden, Freiheit und Versöhnung verbunden sind. In den letzten Jahren standen die Einsätze der Soldaten zur Bekämpfung des Islamistischen Terrors vor allem in Afghanistan und im Nordirak im Vordergrund. Aber auch in Europa sei Friede ein fragliches Konstrukt. "Das Gedenken am Volkstrauertag ist also keine verblassende Erinnerung, es ist ein Gedenken mit leider aktuellem Bezug", betonte der Kommandeur.

Die Gymnasiasten Mirijam Schlinke und Isabella Danzl trugen das Gedicht "Wenn jeder eine Blume pflanzte" vor sowie den Brief eines Pastors von der Ostfront. Von Trommelwirbel begleitet, legten Soldaten vier Kränze für die Stadt, die Bundeswehr, die Feuerwehr und die Reservistenkameradschaft nieder. Josef Hauer dankte der Stadtverwaltung für die Vorbereitung und den Soldaten für den Ehrenzug. (Hintergrund)

Das Gedenken am Volkstrauertag ist also keine verblassende Erinnerung, es ist ein Gedenken mit leider aktuellem Bezug.Oberstleutnant Christoph Huber
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.