Wenn steinerne Zeugen erzählen

Die Ägidius-Kirche in Hof steht am 1. und 4. September im Fokus.
Vermischtes
Oberviechtach
26.08.2016
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"Pate gesucht", lautet der stumme Hilfeschrei dieses Marterls.

Mitte September steht jedes Jahr der Denkmaltag im Kalender. Mit drei Aktionen an drei Tagen ist diesmal auch Oberviechtach dabei. Neben der ältesten Kirche der Region steht die ehemalige Marktmühle im Fokus. Und für verwahrloste "Zeugen der Vergangenheit" werden Paten gesucht.

Bundesweit findet um den 11. September herum der "Tag des offenen Denkmals" statt. Im laufenden Jahr 2016 steht dieser besondere Tag unter dem Motto: "Gemeinsam Denkmale erhalten".

Am 11. September rückt der Denkmaltag dann mehr in das Licht der Öffentlichkeit: Bauwerke, historische Gartenanlagen, Natur- und Kleindenkmäler und sonstige archäologische Stätten sind bei kostenlosem Eintritt für die Besucher geöffnet. Zudem wird durch Sonderführungen auch auf die vielen Kleindenkmäler aufmerksam gemacht, die meistens als Marterl, Feld- und Sühnekreuze bekannt sind, aber oft verwahrlost in der Gegend stehen. Bezogen auf das Gebiet des Altlandkreises Oberviechtach steht in diesem Jahr neben dem Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum auch die Ägidius-Kirche in Hof, bekannt als die "religiöse Urzelle der Region", mit auf dem Programm. Die Dorfgemeinschaft Hof feiert am Donnerstag, 1. September, um 19 Uhr zusammen mit der Kirchengemeinde das Patrozinium dieses geschichtsträchtigen Gotteshauses.

Kirchenpatron und Pate


Am Sonntag 4. September, um 14 Uhr, ist die Bevölkerung erneut in die Ägidius-Kirche eingeladen und zwar zu einer Andacht mit Pfarrer Johannes Kiefmann aus Vilseck/Schlicht. Im Mittelpunkt steht der Kirchenpatron mit anschließender Betrachtung der zugrundeliegenden Geschichte. Passend zum vorgegebenen Thema "Gemeinsam Denkmale erhalten" wird auch auf das Problem der Kleindenkmäler eingegangen. Zu deren Erhalt wäre es wünschenswert, wenn sich Paten (Vereine oder Privatpersonen) finden könnten.

Am Sonntag, 11. September, lädt der Museumsverein dann in das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum zur Museumskirwa, auch bekannt als Marktmühlentag ein. Beginn bei kostenlosem Eintritt ist um 13 Uhr mit einem "Sonntagskaffee"; Ende gegen 18 Uhr. Programmmäßig wird um 14 Uhr mit den Kindern das Goldwaschen geübt und um 14.30 Uhr steht ebenfalls bei freiem Eintritt eine Familienführung durch das Museum auf dem Programm. Um 16 Uhr lädt Museumsleiter Dr. Karl-Heinz Foißner zur Kräuterkunde in den Museumsgarten ein.

Musikalisch umrahmt die "Blescher Blosn" das Geschehen im Museumshof; bei schlechtem Wetter wird in das angegliederte Kulturzentrum ausgewichen. Die Organisatoren versprechen einen interessanten Nachmittag, wobei sich die Besucher ausgiebig mit Details aus der Geschichte Oberviechtachs versorgen können. Geboten werden zum einen die sechs ständigen, thematisch autonomen Ausstellungen: Gold im Raum Oberviechtach, Doktor Eisenbarth (1663 bis 1727), Oberviechtach und Haus Murach, Hinterglasmalerei aus der Winklarner Schule, Dr. Max- und Margret Schwarz sowie Handwerk und Hausnamen.

Wer zum Beispiel weiß schon, dass unter "Handwerk" eine selbstständige gewerbliche Tätigkeit, die hauptsächlich durch Handarbeit erledigt wird, zu verstehen ist? Und wofür braucht man den "Sengstwoaf" oder "Denglbockl"? Wer weiß heute noch, wie ein Schuh in Handarbeit gefertigt wird oder wie mit jahrhundertealten Mustern Tischdecken in Blaudrucktechnik zu wahren Kunstwerken werden? Interaktiv und mit Hilfe moderner Medien erfährt man hier mehr über den Zusammenhang zwischen dem traditionellen Oberviechtacher Handwerk, über die Vielzahl von Hausnamen, die im Ort heute noch lebendig sind sowie etwas über den besonderen Oberviechtacher Dialekt.

Laufend Kurse


Im Museum werden laufend wechselnde Ausstellungen, Kurse und Workshops, museumspädagogische Angebote, Vorträge sowie musikalische und gesellige Veranstaltungen angeboten. Alle Abteilungen sind mit modernen Medien ausgestattet und das gesamte Haus garantiert einen erlebnisreichen und informativen Besuch für Jung und Alt, einzeln oder in Gruppen. Mit dem museumspädagogischen Programm für Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der Behindertenarbeit wird das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum zum außerschulischen Lernort.
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