Wie baut man ein Hochbeet
Warme Füße fürs Gemüse

Dieses Hochbeet (Marke Eigenbau von Hans Ruhland, Lind) bringt reiche Ernte auf kleinstem Raum. Der Aufsatz dient zur Nutzung als Frühbeet oder fürs Kulturschutznetz; die Gurken haben Rankhilfen. Bilder: Portner (4)
Vermischtes
Oberviechtach
19.04.2016
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Säen, pflanzen, jäten, hacken - alles lässt sich bequem im Stehen oder Sitzen erledigen. Auch Schnecken und Wühlmäuse bleiben außen vor. Doch das "Gärtnern auf hohem Niveau" will Schicht für Schicht vorbereitet sein.

Wer noch heuer die Vorteile eines Hochbeetes nutzen möchte, der sollte sich sputen. Die Marke Eigenbau spart viel Geld und mit etwas handwerklichem Geschick wird ein Hochbeet zum attraktiven Gestaltungselement - beispielsweise als Küchenbeet zwischen Terrasse und Garten, als Sichtschutz oder als Anbaufläche am Hang. Im Ziergarten sind Natursteine, Holzbretter (oder gehobelte Kanthölzer) und Weidenrutengeflechte gerne gesehen. Die wichtigste Regel dabei lautet: Das Hochbeet muss stabil gebaut sein, denn das Gewicht der Erde drückt nach allen Seiten. Tipp: Die zwei Längsseiten mit Querstreben (z. B. Gewindestangen) verbinden.

Standort und Größe


Einfach und kostengünstig ist die Verwendung von ungeschälten Fichtenstangen, schreibt die Gartenakademie Veitshöchheim in ihrem Merkblatt "Hochbeet". Die Stangen werden wechselseitig zwischen zwei eingerammte Pfähle gelegt, bis man die gewünschte Höhe von 70 bis 80 Zentimeter (Hüfthöhe) erreicht hat. Die Breite (etwa 1,20 Meter) richtet sich nach der Armlänge des Benutzers. Die Länge ist variabel, sollte aber sechs Meter nicht überschreiten. Beim Standort ist zu beachten, dass die Pflanzen mindestens sechs Stunden am Tag Sonne bekommen. Der Boden unter dem Hochbeet sollte 25 Zentimeter tief ausgehoben werden. Zum Schutz vor Wühlmäusen wird die Fläche mit einem engmaschigen Drahtgitter (Kaninchengitter) ausgelegt. Die Auskleidung der Innenwände mit einer stabilen Folie schützt das Holz vor feuchter Erde.

Bodenleben fördern


Bei der Füllung gibt es einiges zu beachten (siehe Tabelle). Erst kommt, was im Garten anfällt, zum Schluss dann die wertvolle Komposterde. Zwischen den Schichten ein paar Handvoll Urgesteinsmehl dünn aufstreuen, das fördert das Bodenleben und die Zersetzung. Die Füllung sinkt durch den Verrottungsprozess im Laufe des Jahres etwas ein. Im nächsten Frühjahr kann man die Verluste durch das Auffüllen mit Kompost und Erde ausgleichen. Nach fünf bis sechs Jahren ist die erste Füllung komplett verrottet; das Beet muss neu angelegt werden.

Der Erfolg des Hochbeetes basiert auf der "eingebauten Heizung". Die Wärme entsteht durch das aufgeschichtete Füllmaterial, welches von Bodenlebewesen im Laufe der Zeit zersetzt wird. Gleichzeitig werden Nährstoffe verfügbar, was die Pflanzen mit einem Wachstumsvorsprung danken. Für den Anbau auf dem Hochbeet eigenen sich so ziemlich alle Gemüsearten. Stabtomaten sollten mehrtriebig gezogen werden, um ihre Höhe zu begrenzen; Gurken und Erdbeeren dürfen ihre Ausläufer nach unten ausstrecken. Kräuter, Paprika, Buschtomaten und Zucchini gedeihen gut, aber auch Salat, Fenchel, Radieschen, Karotten, Rettich und Kohlrabi lieben die tiefgründige Erde mit "Fußbodenheizung". Einen Nachteil hat das "Beet im Kasten" allerdings: Die Erde trocknet schneller aus. Die Luxusvariante wird deshalb mit Tröpfchenbewässerung gebaut.

Aufbau1. Schicht

Zweige, Äste, Baum- und Heckenschnitt. Zum Abschluss umgedrehte Rasensoden oder zerrissene Kartons/Zeitungspapier, als Schutz vor dem Durchrieseln

2. Schicht

Blätter, Rasen- und feiner Pflanzenschnitt, Gemüseabfälle und evtl. Stroh und Pferdemist

3. Schicht

grober, unreifer Kompost

4. Schicht

Gartenerde und feinen Kompost mischen (Verhältnis 2:1)
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