Winterkönig bis Max Schwarz

Das macht Spaß: Verkleiden im Fundus des Festspielvereins.
Vermischtes
Oberviechtach
31.08.2016
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"Hochverehrte Damen, edle Herren", sagt Klaus Habl gerne, wenn er als Doktor Eisenbarth die Gäste zur Stadtführung begrüßt. Für große Augen sorgt meist nicht der Starstich, sondern ein weiterer Sohn der Stadt. Nicht nur Urlauber erfahren dabei viel Neues zur Geschichte der Region.

Der Festspielverein organisierte die Stadtführung kürzlich im Ferienprogramm der Stadt. Zunächst ging der berühmte Arzt, der 1663 in Oberviechtach geboren und 1727 in Hann. Münden verstorben ist, auf seine Lebensgeschichte ein. Klaus Habl nahm die Gäste im barocken Kostüm am Oberviechtacher Marktplatz mit nach Altenburg in die Lehrjahre des Chirurgen und berühmten Wander- und Wunderarztes. Er sang das Spottlied Eisenbarths und schilderte eindrucksvoll, wie der Arzt Steine extrahierte und den Starstich vornahm. Damit spannte er den Bogen zum Doktor-Eisenbarth-Festspiel und lud ein: "Lasst euch bezaubern von den Gauklern und verzaubern von den wunderbaren Kostümen."

Hauptstadt Heidelberg


Der Maibaum, einer der größten und schönsten in der Oberpfalz, wurde anschließend bewundert. Die Schilder von Berufen wie Seiler, Metzger, Schuster und Bauer erinnerten an vergangene Zeiten, in denen auch die Kaufleute mit ihren Wagen auf der Via Carolina (Goldene Straße) nach Prag gezogen sind. Dass der Schwarz-Brunnen am Marktplatz nach dem großen Gönner Dr. Max Schwarz benannt ist, erfuhren die Kinder und Erwachsenen in einer ausführlichen Würdigung. Die Höhe der finanziellen Mittel, die dem Stadtrat durch die Stiftung jährlich zur Verfügung steht, entlockte den Zuhörern ein überraschtes "Ohh".

Breiten Raum in Habls Führung nahm die Stadtgeschichte ein. Bereits im 12. Jahrhundert habe es die erste Erwähnung des Ortes Oberviechtach gegeben. Etwa im Jahr 1000 ist die Ostmark von Regensburg besiedelt worden, bis 1270 waren die Grafen von Ortenburg die Herrscher. Steuern und Abgaben wurden von den Pflegern auf Burg Murach eingetrieben, auch die Gerichtsbarkeit war hier angesiedelt. 1337 hat Oberviechtach das Marktrecht erhalten, bis zum Ende des 14. Jahrhunderts hat es zu Bayern gehört, später zur Pfalz. Die Landeshauptstadt war damals Heidelberg. Als 1622 Kurfürst Friedrich II. (Winterkönig) seine Kurfürstenwürde verloren hat, ist die Oberpfalz wieder zu Bayern gekommen.

Früher drei Stadttore


Habl erzählte noch von schlimmen Bränden, als große Teile der Stadt sowie auch die Kirche zerstört wurden, und zeigte den Verlauf der Stadtmauer mit den drei Stadttoren auf. Die Reise in die Vergangenheit endete im Fundus des Festspielvereins am Marktplatz 18, wo Kinder und Erwachsene mit Perücken in die Rolle von Soldaten oder hohen Herrschaften schlüpften. Schließlich stellte Klaus Habl als Doktor Eisenbarth noch drei Fragen: Wie heiße ich? Wie heißt die Stadt, in der ich geboren bin? Warum gehörten wir zur Pfalz? Die drei Eintrittskarten für das Festspiel erhielten die beiden Kinder Niklas Stigler (Eigelsberg) und Milena Schmal (Teunz), sowie Werner Sack aus Nabburg.
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