Wo die Goldflinzerl blinken

Diese Goldwäscher versuchen in historischem Gewand ihr Glück bei der Suche nach dem wertvollen Edelmetall. Bild: bgl
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Oberviechtach
25.05.2016
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Früher gab der Landherr grünes Licht für die Goldsuche, jetzt ist es die Tourist-Info. Ab Freitag, 27. Mai, darf das Goldfieber wieder um sich greifen.

Jetzt sind sie wieder unterwegs, auf den Spuren der alten Goldgräber. Nach der langen Winterzeit ist das Aufspüren verborgener Schätze im Gütting-Wald, im Bereich des Oberviechtacher Ortsteils Langau nicht mehr ganz so beschwerlich und mit klammen Fingern verbunden.

Man kann sich leicht vorstellen, wie das vor 700 Jahren war, als sich im Frühjahr langsam die Luft erwärmte und die Goldwäscher mit ihren Pfannen und ein bisschen Werkzeug im Rucksack ausschwärmten. Fast wie im Rausch fieberten sie dem Tag entgegen, bis sie auf Geheiß des Landsassen oder des jeweiligen Landesherrn mit der Arbeit beginnen durften.

Entgleisungen


Der Rausch und die Gier auf das edelste der Metalle setzten ungeheuere Energien frei, oft sogar derart, dass es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam. Derartige Entgleisungen sind aus der Geschichtsschreibung für Langau allerdings nicht bekannt, wenn auch in den Sagen und Erzählungen mit finsteren Gestalten und teuflischem Gesindel nicht gespart wurde.Wahr aber ist, dass die Schürfstellen nahe Oberviechtach der Stadt im Mittelalter einen Bekanntheitsgrad als "größtes Goldabbaugebiet Bayerns" einbrachten. Oberviechtach konnte sich nicht nur als "Stadt des Doktor Eisenbarth" rühmen, sondern auch als " Goldstück Bayerns". Das trug nicht unerheblich zum guten Ruf der Stadt bei.

Vom Mittelalter bis heute steht Oberviechtach bei der Suche nach Gold an erster Stelle. Darum versucht man auch, die Bevölkerung in der Neuzeit über das wahre Ausmaß der Goldadern aufzuklären und diese potenzielle Einkommensquelle der Vorfahren ins rechte Licht zu rücken. Einen Beitrag dazu leisten die Goldwanderungen. Erster Termin für so einen Streifzug auf den Pfaden der Vorfahren ist am Freitag, 27. Mai, um 14 Uhr mit Treffpunkt am Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum.

Fund behalten


Unter dem Motto "Auf den Spuren der alten Goldgräber" wird den Teilnehmern zunächst ein kurzer Einblick in die Geschichte ermöglicht. Anschließend geht es zum goldführenden Bach. Dort kann jeder selbst das Glück herausfordern und nach dem Edelmetall schürfen. Wer ein echtes Goldflinzerl ergattert hat, darf es auch behalten. Alle Teilnehmer bekommen ein "Oberviechtacher Goldwäscherdiplom" ausgehändigt.

Wer mitmachen will, kann sich bei der Tourist-Info, Telefon 09671 30716, oder unter der E-Mail-Adresse tourismus@oberviechtach.de im Rathaus anmelden. Erwachsene zahlen 4 Euro, Kinder ab zehn Jahren 2,50 Euro (unter zehn Jahren kostenfrei). Festes Schuhwerk oder Gummistiefel werden empfohlen. Außerdem sind nach Vereinbarung auch Gruppenführungen zum Preis von 25 Euro möglich, ebenso begleitete Goldwanderungen für Kindergeburtstage.
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