Zum Thema „Leben mit Gott im Alltag“

Günter Jehl, der ehemalige Leiter des Ortenburg-Gymnasiums, offenbarte sich als ausgesprochener Kenner des Lebens und der Lebensumstände des Jesuitenpaters Rupert Mayer. Bild: nid
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Oberviechtach
25.10.2016
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Geboren am 23. November 1876 als Sohn einer Kaufmannsfamilie, wuchs der spätere Jesuitenpater Rupert Mayer im Großstadtmilieu von Stuttgart auf. Schon als junger Christ hatte er dort in katholischer Minderheit einen schweren Stand.

Die Marianische Männerkongregation (MMC) hatte zu einem Vortragsabend über Pater Rupert Mayer eingeladen. In Günter Jehl, dem ehemaligen Leiter des Ortenburg-Gymnasiums, offenbarte sich ein Referent, der sich als ausgesprochener Kenner des Lebens und der Lebensumstände des Jesuitenpaters zeigte.

Obmann Michael Rahm durfte sich auf einen interessierten Kreis von Sodalen und weiteren Personen im Saal des Pfarrheims freuen. Günter Jehl ist seit Schulbeginn Direktor der unter diözesaner Trägerschaft stehenden, Dr.-Johanna-Decker-Schule (reine Mädchenschule) in Amberg.

Volksmissionar


Jehl erklärte, er sei von der KAB gefragt worden, ob er sich als Referent mit dem Thema "Leben mit Gott im Alltag" zur Verfügung stellen würde. Daraus entstand das heutige Thema über "Vorbilder in unserer Zeit". Jehl zeichnete, anschaulich mit Powerpoint hinterlegt, wichtige Stationen, des im Jahr 1987 Seliggesprochenen. Zu Beginn lud er zum Mitbeten des Lieblingsgebetes ein, das während der Inhaftierung entstanden war.

Nach Gymnasium, Studium, Priesterweihe, Eintritt in den Jesuitenorden, war Rupert Mayer er sechs Jahre lang als "Volksmissionar" in den Niederlanden, Deutschland, Österreich und in der Schweiz tätig und wurde schließlich 1912 Feld- und Divisionsgeistlicher.

Unerschrockener Einsatz


Sein unerschrockener Einsatz in Rumänien für einen Soldaten hatte leider zur Folge, dass ihm das linke Bein amputiert werden musste. "Einsetzten für den Glauben - Einsetzen für die Gläubigen - und ran an die Menschen", das war sein Lebensmotto. 1921 ernannte ihn Kardinal Faulhaber zum Präses der Marianischen Männerkongregation, wo er insbesondere als Prediger, "Caritas-Apostel" und Beichtvater wirkte.

Erhebliche Einschränkungen zu seinen körperlichen Erschwernissen, kamen 1933. Wohl galt sein Kampf schon früher dem atheistischen Kommunismus wie dem Nationalismus. Doch sein Eintreten gegen die Kirchenpolitik der NS "bescherte" ihm Redeverbot, Inhaftierung und etwa fünf Jahre "Verbannung" im Kloster Ettal.

Krank und erschöpft kam er im Mai 1945 nach München zurück, wo er am Allerheiligentag 1945 während der Predigt nach einem Schlaganfall verstarb. Dies alles erläuterte der Referent mit anschaulichen Begebenheiten, vielen Details und Zitaten aus dem schweren und bewegten Leben des überzeugenden und mutigen Priesters. Eine Auslese daraus: "Wenn Sie etwas drückt, dann kommen Sie zu mir! Wenn keiner den Mut hat zu reden, ich muss es tun! Grob ist mir viel lieber, wenn es ehrlich ist! Meine Predigten sind religiöse Notwehr"!

Jehl resümierte am Ende: "Es ist wichtig, sich mit solchen Persönlichkeiten zu beschäftigen".
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