Das Team des Amtsgericht Oberviechtach stellt sich vor
Justiz hält die Stellung

Der Posten des Rechtspflegers am Amtsgericht Oberviechtach ist noch nicht besetzt, aber auf dem Richterstuhl nimmt als Nachfolger von Silvia Schatz seit Januar Christian Dirmeier Platz. Um die Rechtspflege kümmern sich Herbert Hauer (links) und Günter Zeitler. Auch Geschäftsleiter Anton Ruhland (rechts) will notfalls einspringen. Bild: Bugl
Wirtschaft
Oberviechtach
20.01.2015
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Massive Ausfälle beim Personal haben die Ratsuchenden verunsichert. "Gibt es das Amtsgericht Oberviechtach überhaupt noch?", bekam Geschäftsleiter Anton Ruhland zu hören. Grund genug, das aktuelle Team und den neuen Richter für Oberviechtach vorzustellen.

"Wir haben einfach zu wenig Leute und konnten so schnell keinen Ersatz bekommen", erklärt Anton Ruhland, Geschäftsleiter am Amtsgericht Schwandorf die Lage in der Zweigstelle Oberviechtach. Dort hatte im Mai des vergangenen Jahres Rechtspfleger Hans Bodensteiner seinen Ruhestand angetreten. Im Juli erkrankte eine Service-Mitarbeiterin schwer und fiel aus. "Das hat der Dramaturgie den Deckel aufgesetzt", seufzt Ruhland und schildert beim Pressegespräch im Amtsgericht, wie Schwandorf seither auszuhelfen versuchte.

Neuer Richter

"Wir haben versucht, die Menschen hier zu bedienen, aber das ging natürlich zulasten des Hauptgerichts", zeigt der Geschäftsleiter auf und präsentiert nun den ersten Lichtblick am Horizont: Seit Januar ersetzt Richter Christian Dirmeier Vorgängerin Silvia Schatz. Bedingt durch Mutterschutz war auch dieser Posten vakant geworden. Der 32-Jährige hat in Schwandorf Abitur gemacht, in Regensburg Rechtswissenschaften studiert und 2010 seine Karriere bei der Justiz begonnen, zunächst als Staatsanwalt in Weiden und Regensburg, seit Juni 2014 als Richter am Amtsgericht Schwandorf.

Dirmeier freut sich nun, nachdem er hauptsächlich mit Zivilsachen betraut war, auf "interessante richterliche Aufgaben". Immerhin betreffen diese in Oberviechtach sämtliche Rechtsbereiche. "Organisatorisch anspruchsvoll" sei der Job auch deshalb, weil er zusätzlich in Schwandorf als Richter tätig ist. Den Dienstag und den Donnerstag hat er jedenfalls regulär für die Zweigstelle reserviert.

In der Rechtspflege sollen zunächst zwei erfahrene Kräfte die Kontinuität sicherstellen. Günter Zeitler ist Ansprechpartner für die Betreuungssachen. "Durch das Seniorenheim und andere Einrichtungen macht das einen wichtigen Teil aus", gab Ruhland beim Pressegespräch zu bedenken. Zeitler arbeitet seit 1993 bei der Justiz, seit 2003 ist er beim Amtsgericht Schwandorf beschäftigt, dort hat sich der 53-Jährige seit zwei Jahren in der Betreuungsabteilung bewährt. "Ein Tag pro Woche wird für diese Aufgabe sicher nicht reichen", meint Ruhland. Er will außerdem sicherstellen, dass es auch während der Urlaubzeiten eine Vertretung gibt. Hinterlegungsanträge und Strafsachen - soweit hier ein Rechtspfleger zuständig ist - müssen allerdings bei Mitarbeiterin Elisabeth Kirschner in Schwandorf abgewickelt werden.

Für Gläubiger und Erben

Bleibt noch das Aufgabengebiet Zivilsachen. Vollstreckungen und Nachlässe sind hier zu regeln, und auch die Rechtsantragsstelle ist inbegriffen. Rechtspfleger Herbert Hauer, seit 2001 bei der Justiz und noch neu am Schwandorfer Amtsgericht, wird sich deshalb in der Zweigstelle Oberviechtach um Erbangelegenheiten kümmern, als Berater zur Verfügung stehen und mit den Gläubigern Schritte einleiten, damit sei zu ihrem Geld kommen, und zwar vorwiegend dienstags.

"Wir wollen klar und deutlich signalisieren, dass die Anliegen hier ernst genommen werden und wir weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen", fasste Ruhland zusammen und bat darum, sich soweit wie möglich auf die Zeiten für die Ansprechpartner (siehe Info-Kasten) einzustellen.

Langfristig gehe das Bestreben allerdings dahin, die vakante Rechtspfleger-Stelle besetzt zu bekommen. "Dann kommen wir mit dieser Lösung über die Runden", gibt sich der Geschäftsleiter zuversichtlich. Bei einer Neubesetzung zum 1. März werde man Oberviechtach schon "schaukeln" können.
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