Im Vulkanmuseum der Gemeinde erklingt zum ersten Mal das Liebeslied "Ghasel" von Franz Strauß
Zur Welt-Uraufführung in den Markt Parkstein

Werner Schreml, Laurens Owen, Josef Neubauer und Lothar Dietl (von links) spielen auf ihren Hörnern eine feurige "Jagdmusik". Bild: Reinhold Tietz
Kultur
Parkstein
18.05.2015
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Ein bunt gefächertes Programm von Kompositionen des 19. Jahrhunderts, verknüpft mit einer Uraufführung, boten Musiker der Region im "Vulkanerlebnis Parkstein". Besonders verpflichtet war die Musikfolge dem in Parkstein geborenen Musiker Franz Strauß (1822 bis 1905).

Nach München übersiedelt, war Strauß berühmter Erster Hornist der Königlichen Bayerischen Hofkapelle und Professor der Akademie der Tonkunst. Darüber wurde später vergessen, dass er beachtliche Werke schuf - wohl auch deshalb, weil sein Sohn Richard Strauss bald zu einem weltberühmten Komponisten avancierte. Umso verdienstvoller ist der Einsatz seines Geburtsortes Parkstein für den von Kennern durchaus geschätzten Franz Strauß.

Familiäre Atmosphäre

Das Museum "Vulkanerlebnis Parkstein" lud am Samstagabend zusammen mit dem "Heimatverein Parkstein" und dem "Musikstudio Kuhl" anlässlich des 110. Todestages zum "Abend für Franz Strauß" ein. Die Atmosphäre im voll besetzten Festsaal erwies sich als familiär, man begrüßte sich mit "Servus".

Aus einem der drei Hornquartette von Franz Strauß erklang das "Rondino à la Chasse", eine lebhafte wie melodienreiche Jagdmusik, die Werner Schreml, Laurens Owen, Josef Neubauer und Ensemble-Leiter Lothar Dietl so optimistisch und feurig vortrugen, dass sie am Schluss des Programms nochmals als Zugabe gewünscht wurde.

Es folgten zwei Lieder aus den "Schlichten Weisen", Opus 76 von Max Reger. Antonia Krämer sang "Wenn die Linde blüht" und "Waldeinsamkeit" mit heller Stimme, Laura Schieder begleitete am Klavier einfühlsam. Die "Romanze G-Dur" von Max Reger schloss sich an. Thomas Kaes spielte tonsicher auf seiner Violine, Karl-Heinz Kuhl begleitete aufmerksam am Klavier. Die "Gavotte" aus einem der Hornquartette von Franz Strauß erklang tänzerisch fein abgestimmt und erwies besonders schön die Klangfülle von Horninstrumenten. Aus den "Myrthen" Opus 25 von Robert Schumann ertönte die Nr. 7 "Die Lotusblume". Nochmals die weiche Stimme von Antonia Krämer, gestützt von Laura Schieders Klavierbegleitung. Im "Marche des Bohémiens" von Franz Strauß zeigte Karl-Heinz Kuhl mit schwungvollen Klavierklängen die Qualität des Werks. Museumsleiterin Susanne Moldaschl wies in einem Kurzvortrag auf die Bedeutung von Franz Strauß als Musiker und Komponist hin.

Dann sang Annika Krämer zwei Lieder von Richard Strauss mit bewegender Stimme. Karl-Heinz Kuhl begleitete feinfühlig "Du meines Herzens Krönelein" und "Die Nacht". Das "Menuett" aus einem Hornquartett von Franz Strauß mit Fanfarenklängen und einem melodiösen Trio bewies erneut das ausgeprägte Tonempfinden des Komponisten, das die vier Interpreten tadellos zur Geltung brachten.

Thomas Kaes und Karl-Heinz Kuhl interpretierten nachfolgend drei Stücke für Violine und Klavier von Richard Strauss empfindsam und tonschön. Aus den "4 Duetten Opus 61" von Johannnes Brahms erklang die Nr. 1 "Die Schwestern". Annika und Antonia Krämer sangen derart hinreißend, dass sie zu Recht einen besonders intensiven Beifall einheimsten. Mit einer "Oberbayerischen Gebirgsweise" von Franz Strauß verabschiedete sich das Hornquartett melodiereich aus dem Programm.

Zum ersten Mal

Dann war es soweit: Das erst im vergangenen Jahr dem Markt Parkstein überlassene Lied "Ghasel" (Gespinst) von Franz Strauß erklang erstmalig als Uraufführung. Das Lied erzählt "feurig" eine Liebesgeschichte im seltenen Neun-Achtel-Takt. Der Münchner Musikwissenschaftler Dr. Reinhold Schlötterer zeigte sich über die Uraufführung erfreut. Das Lied wurde als Zugabe noch ein weiteres Mal vorgetragen. Hoffentlich nicht nur an diesem Abend!
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